Einfamilienhäuser, Grundstücke, die groß genug sind, um darauf Fußball zu spielen. Auf der einen Seite Stadtwald, auf der anderen Stadtzentrum. Und würde man in all der Behaglichkeit einen Mittelpunkt suchen, man landete vielleicht in der Straße, in der Max D. wohnt – 17 Jahre alt, kurz geschorene Haare –, und der so gar nicht in die bürgerliche Vorort-Idylle passen will. Ein mutmaßlicher Messerstecher.

Am vergangenen Sonntagmorgen gegen 2 Uhr früh soll Max D. in der Nähe seines Wohnhauses ein Messer gezückt und einen jungen Studenten aus Göttingen niedergestochen haben; der gehörte der antifaschistischen Szene an und war mit vier Freunden unterwegs. Der Stich zielte auf die Brust, er verfehlte das Herz nur knapp, zerriss eine Arterie und perforierte die Lunge. Die Sanitäter werden später erzählen, der Student sei trotz seiner schweren Verletzung außergewöhnlich höflich gewesen und habe sich noch für die Hilfe bedankt, bevor er zusammengebrochen sei. Fünf Liter Blut transferierten die Ärzte, die um das Leben des 23-Jährigen rangen. Drei Tage lang kämpfte das Opfer mit dem Tod. Am Mittwoch dann die gute Nachricht: Er wird überleben.