Nach dem islamistischen Terroranschlag am Rande der LGBTQ-Veranstaltung Christopher Street Day (CSD) in Berlin haben Ermittlerinnen und Ermittler auf dem Handy des getötetem mutmaßlichen Täters Abdul B. ein Bekennervideo gefunden.
Eine Sprecherin der deutschen Bundesanwaltschaft bestätigte heute einen entsprechenden Bericht der „Bild“. Das Video beinhalte unter anderem einen Treueschwur auf die Terrororganisation Islamischer Staat (IS).
Ob es sich bei der Person in dem Video sicher um B. handelt, blieb offen. Nach Informationen des „Spiegel“ ist der Mann auf dem Video verhüllt, es soll sich aber mutmaßlich um B. handeln. Laut „Bild“ wurde das Video am 25. Juli aufgenommen, also am Tag des Anschlags.
Eine Tote, zahlreiche Verletzte
Die Pride-Parade in Berlin war am Samstag abgebrochen worden, nachdem ein Auto am Rande der Großveranstaltung in eine Menschenmenge gefahren war. Eine Frau wurde getötet, 31 weitere Menschen wurden verletzt.
Der Fahrer verließ laut Polizei das Auto und floh. Er sei mutmaßlich auch mit einer Machete auf Passanten losgegangen, sagte der deutsche Innenminister Alexander Dobrindt (CSU).
Debatte über Maßnahmen für Gefährder
Nach dem Anschlag wurden die ersten Stimmen in Deutschland laut, die eine Verschärfung des Terrorstrafrechts fordern. Der Tatverdächtige war erst im Mai wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat verurteilt worden, kam dann aber auf Bewährung frei. Fachleute orten auch Mängel in der Prävention.