- 21-Jähriger wird nach Anschlag auf Menschen am Rande des CSD-Festes gesucht
- Polizei veröffentlichte Fahndungsfoto und bezeichnet Mann als gefährlich
- Verdächtiger soll mit IS sympathisieren und wurde deshalb bereits verurteilt
- Nach rbb-Informationen nahm er auf richterliche Anweisung an einem Deradikalisierungsprogramm für Islamisten teil
Nach dem tödlichen Anschlag beim Berliner CSD fahndet die Polizei nach dem 21-jährigen Abdul B. Dazu laufen Durchsuchungsaktionen, unter anderem im Berliner Stadtteil Tiergarten im Bezirk Mitte.
Inzwischen sind Einzelheiten über den Verdächtigen bekannt. Nach rbb-Informationen hatte der 21-Jährige versucht, sich der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) anzuschließen. Im Libanon wurde Abdul B. deshalb festgenommen und saß dort bis Oktober vergangenen Jahres im Gefängnis.
Weil der 21-Jährige die deutsche Staatsangehörigkeit hat, wurde er zurück nach Deutschland überstellt. Bei seiner Rückkehr nach Deutschland im November wurde er von der Berliner Polizei bereits am Flughafen festgenommen.
Abdul B. nahm an Deradikalisierungsprogramm teil
Weil Abdul B. versucht hatte, sich dem IS anzuschließen, kam er zunächst in Jugendarrest und wurde dann zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt. Die Sicherheitsbehörden in Deutschland hatten ihn danach nach eigenen Angaben weiter auf dem Schirm.
Auf richterliche Anweisung sollte Abdul B. an einem Deradikalisierungsprogramm für Islamisten teilnehmen, das berichtete der Leiter des Violence Prevention Network (VPN), Thomas Mücke, dem rbb. In der kommenden Woche hätte er seinen dritten Termin gehabt. Im Juni und im Juli habe er zwei Vorgespräche für das Programm bei VPN gehabt, so Mücke.
Livestream zum Nachschauen: rbb24 Spezial "Fahndung nach dem Attentäter"
+++ CSD: Bundesinnenminister spricht von islamistischem Terroranschlag +++ Verletzte nicht mehr in Lebensgefahr +++
Autofahrer fährt beim Berliner CSD in Menschenmenge
Rolle von Abdul B. beim Anschlag weiter unklar
Es ist weiter unklar, welche Rolle B. bei dem Anschlag genau gespielt hat. Er hat nach derzeitigem Kenntnisstand das Tatfahrzeug angemietet. Ob er auch am Steuer gesessen hat, ist aber nach wie vor nicht gesichert.
Die Polizei hat ein Fahndungsfoto veröffentlicht [berlin.de]. Sie warnt zugleich: "Bitte sprechen Sie die gesuchte Person bei Antreffen in keinem Fall an und meiden Sie den direkten Kontakt. Sie ist möglicherweise bewaffnet und gefährlich!" Wer den Verdächtigen sehe, solle die Polizei verständigen. Sein Aussehen beschreibt die Polizei mit: "schlanke Statur, circa 1,90 m groß, schwarze Haare, schwarzer Hoodie und weiße Hose".
Iraner festgenommen
Noch in der Nacht zu Sonntag soll es eine Festnahme gegeben haben. Dabei soll es sich um einen Mann mit iranischer Staatsbürgerschaft handeln. Zunächst hieß es, die Polizei gehe davon aus, dass er auch mit im Auto gesessen habe. Diese Information hat sich nach ARD-Informationen bislang nicht bestätigt.
Bei dem Anschlag wurde eine Frau getötet, 29 weitere Menschen wurden verletzt, einige davon schwer. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) erklärte am Sonntag, alles deute auf einen islamistischen Terroranschlag hin.
Mehr Informationen zum Anschlag und zu den Ermittlungen in unserem Liveticker.
Sendung: rbb24 Inforadio, 26.07.2026, 14:00 Uhr
Audio: rbb24 Inforadio, 26.07.2026, Patrick Buchmüller