Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?58944

Hauptstadt-Pride

CSD Berlin abgebrochen – Fahrzeug rast in Menschenmenge

Laut Polizei gab es eine Toten und mehrere Verletzte, nachdem ein Fahrzeug im Großen Tiergarten in eine Menschenmenge fuhr. Der Fahrer ist flüchtig.


Ein erstes Bild vom Einsatz der Polizei und Rettungskräfte (Bild: IMAGO / dts Nachrichtenagentur)

Der Berliner CSD ist am Samstagabend etwa gegen halb elf vorzeitig abgebrochen worden. Von der Bühne am Brandenburger Tor aus wurde das Publikum gebeten, die Veranstaltung "aufgrund einer schwierigen Situation" zu verlassen, während im Hintergrund das Wort "Evakuierung" eingeblendet wurde. Die Besucher*innen wurden aufgefordert, nicht in Richtung Siegessäule zu gehen, sondern die U-Bahneingänge am Brandenburger Tor zu nutzen. Auch in sozialen Netzwerken rief der Pride zur Räumung auf, ohne zunächst Gründe zu benennen.

Wie inzwischen bestätigt ist, war zuvor ein Fahrzeug im großen Tiergarten in eine Menschenmenge gefahren. Nach letztem Stand kurz nach 1 Uhr gab es eine verstorbene Person und 16 Menschen, die wegen Verletzungen behandelt werden mussten. Für Angehörige wurde inzwischen eine Hotline unter (030) 8485 4460 eingerichtet, auch ein Hinweisportal1 für Zeug*innen und eventuelle Aufnahmen hat die Polizei gestartet.

Einige der Personen seien lebensgefährlich verletzt, es gebe Reanimationen, sagte Polizeisprecher Florian Nath kurz vor Mitternacht. Zu dem Vorfall sei es kurz nach 22 Uhr gekommen. Ein weißes Fahrzeug, offenbar eine Art Minivan, sei in noch ungeklärter Route in den Tiergarten eingefahren und habe Personen auf dem Ahornsteig angefahren, so der Polizeisprecher. Das Fahrzeug sei danach mit einem Baum kollidiert, der Fahrer flüchtete offenbar zu Fuß. Man fahnde weiter nach einem oder mehreren möglichen Tatverdächtigen, so Nath, der sich dabei auf unterschiedliche Aussagen von Zeug*innen berief.

Die dpa berichtet, nach Zeugenangaben sollen Menschen bei dem Vorfall auch durch Stiche verletzt worden sein. "Dass ist das, was uns Zeugen geschildert haben. Dass dort Leute mit Stichverletzungen liegen sollen", sagte Nath bei einem späteren Update kurz vor ein Uhr. "Es ist Bestandteil der Ermittlungen, ob es eine zweite Tatphase nach der Fahrphase gab." Eine in sozialen Netzwerken berichtete Festnahme des Fahrers dementierte Nath, auch einen berichteten Schusswechsel habe es nicht gegeben.

"Bitte meiden Sie den Bereich und umfahren ihn weiträumig", hatte es kurz nach dem Vorfall von der Polizei geheißen. Man sei mit zahlreichen Polizeikräften sowie Rettungskräften der Berliner Feuerwehr vor Ort, sagte Polizeisprecher Nath kurz vor 23 Uhr in einem Video im X-Kanal der Berliner Polizei2. TV-Aufnahmen zeigten ein Großangebot von Rettungswagen, Menschen wurden zunächst in abgeschirmten Zelten behandelt und psychologisch betreut.

We need your approval
This content is provided by X (Twitter). By enabling this content, your personal data may be processed by the vendor and cookies may be set.
Accept
Cookie Banner powered by consentmanager.deconsentmanager.de
/ polizeiberlin5
Datenschutz-Einstellungen | Info / Hilfe

Berlins Queerbeauftragter Alfonso Pantisano (SPD) sprach im TV-Sender n-tv von einem "großen Trauertag für die Community". Die Evakuierung sei sehr professionell erfolgt, zum Vorfall selber habe er keine weiteren Informationen als die Öffentlichkeit.

Berlins scheidender Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) lobte die Einsatzkräfte sowie für die problemlose Evakuierung der Massenveranstaltung die CSD-Veranstalter und die Teilnehmenden. Er habe einen großartigen CSD erlebt, man werde sich "unsere Art des Lebens nicht nehmen lassen". Es sei "zu früh", von einem Terroranschlag zu sprechen, so Wegner. In sozialen Netzwerken sprach Wegner zugleich von einem "Angriff auf unsere freie und weltoffene Gesellschaft": "Nach einem friedlichen und bunten CSD wurde die Versammlung für ein tolerantes und friedliches Berlin auf brutalste Weise attackiert."


Kai Wegner besuchte den Tatort kurz nach Mitternacht. Der Nachrichtensender n-tv berichtet derzeit in einer Sondersendung, auch tagesschau24 sendet live

Auch der CDU-Spitzenkandidat zur Abgeordnetenhauswahl Stefan Evers drückte sein Entsetzen aus. "Es trifft unsere Stadt mitten ins Herz", schrieb der schwule Politiker auf der Plattform X. Er dankte allen helfenden Händen und der Berliner Polizei für ihren Einsatz zum Schutz der Menschen. "Ich hoffe für die Verletzten, ich trauere mit Angehörigen und Freunden. Es gibt einiges aufzuklären. Dann ist die Zeit für Konsequenzen!"

- Werbung -

CSD-Nachmittag: Schüsse mit Softairwaffe auf CSD-Teilnehmende

Zuvor hatten die Veranstalter*innen vom größten Berliner CSD der Geschichte gesprochen, hunderttausende Menschen waren unter dem Motto "Haltung ist hot" dabei: "Das größte CSD-Wochenende in der Geschichte des Berliner CSD mit mehreren Hunderttausend Teilnehmenden sendet ein unmissverständliches Signal", so der Pride auf Instagram. "Die Menschen gehen für ein Berlin auf die Straße, in dem alle queeren Menschen sicher, sichtbar und frei leben können. Diesen Auftrag muss die künftige Landesregierung ernst nehmen und queere Rechte konsequent schützen und stärken." Am Abend war unter anderem Sarah Connor bei der Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor aufgetreten. Mit einer Regenbogenflagge um die Schultern spielte sie rund eine halbe Stunde lang ihre Songs.

Der Tag war zunächst überwiegend friedlich verlaufen. Am Rande der CSD-Demo waren am Nachmittag Teilnehmende und Einsatzkräfte der Polizei aus einer Wohnung im Stadtteil Schöneberg heraus mit einer Softairwaffe beschossen worden. Vier Menschen wurden leicht verletzt. Laut Polizeiangaben wurden auch zwei Einsatzkräfte aus einer Wohnung in der Courbièrestraße heraus beschossen. Sie seien jedoch nicht getroffen worden. Die Polizei lokalisierte nach eigenen Angaben die betroffene Wohnung und sperrte den Gehweg vor dem Gebäude ab.

Die Polizei hatte auch mögliche Störer aus dem rechtsextremen Spektrum im Blick. An einer Gegendemonstration hätten etwa 15 Menschen teilgenommen, sagte Polizeisprecher Nath am Nachmittag der dpa. Eine Person sei wegen Beleidigung festgenommen worden. Zuvor hatte die Polizei die Gruppe bereits am Potsdamer Platz kontrolliert. Dort sei eine Frau festgenommen worden, weil sie einen Elektroschocker dabeigehabt habe.

Festnahmen bei "Internationalist Queer Pride"

2018 war die Abschlussveranstaltung des Berliner CSD schon einmal abgebrochen worden, damals wegen einer Unwetterwarnung (queer.de berichtete6). An diesem Wochenende fand der bereits 48. CSD der Hauptstadt statt, er startete erstmals bereits am Freitagabend mit Bühnenprogramm und einem "Drag Walk".

Unabhängig vom CSD hatte es am Freitagabend einen Dyke* March gegeben und am Samstagnachmittag den linken "Internationalist Queer Pride". Bei dem Protestzug in Gesundbrunnen und Wedding mit rund 7.000 Teilnehmenden kam es zu mehreren Festnahmen: laut Polizei sei es trotz mehrerer Gespräche mit der Versammlungsleitung "wiederholt zum Ausruf verbotener Parolen" gekommen, konkret "From the river to the sea, Palestine will be free". Demnach liefen vor allem im vorderen Teil des Aufzugs Hunderte propalästinensische Demonstranten mit. (nb/dpa/AFP)

wird aktualisiert

-w-

-w-

-w-


Privacy settingsPrivacy settings