DIE ZEIT: Die WM ist vorbei, Ihr Fazit?
Matthias Sammer: Mir geht es nicht so sehr um die WM, mir liegt der deutsche Fußball am Herzen. Wo stehen wir, wo die anderen? Was müssen wir tun? Die Zukunft unseres Fußballs steht auf dem Spiel.
ZEIT: Manche sprechen wegen des rüpelhaften Auftritts der Argentinier vom Sieg der Guten über die Bösen. Würden Sie ein böses System für einen WM-Titel der Deutschen in Kauf nehmen?
Sammer: Argentinien war amtierender Weltmeister – und dann erlauben wir uns, diese Mannschaft abzukanzeln? Argentinien gehört zu jenen Teams, die niemals aufgeben. Man kann natürlich nicht gutheißen, wie sie sich nach dem Schlusspfiff benommen haben. Aber es ist eben ihre DNA. Ihre Spielweise ist mir lieber als das, was ich im Moment bei der deutschen Mannschaft sehe. Bei der kann ich gar nichts mehr erkennen, weder sportlich noch mental. Sie gibt Anlass, den Begriff Hilflosigkeit neu zu definieren.