Dass das Internet kein rechtsfreier Raum ist, musste ein Teenager aus NRW jetzt am eigenen Leib und vor allem am eigenen Portemonnaie erfahren. Wer glaubt, im Schutz der vermeintlichen Anonymität wüste Beleidigungen und menschenverachtende Hetze in die Tastatur hämmern zu können, irrt sich gewaltig. Die Justiz greift im Netz immer härter durch – und das wird für die Täter verdammt teuer!
Genau das haben uns nun Chris und Andre von „hubbies.in.love“ verraten. Die beiden wurden im Netz mit homophober Hetze der allerschlimmsten Sorte konfrontiert. Bei Kommentaren wie „Ihr Schwuchteln gehört in die Gaskammer“ oder Drohungen, sie gehörten „in den Steinbruch“, war die rote Linie endgültig überschritten. Doch statt den Kopf in den Sand zu stecken, wehrte sich das Paar – und feierte jetzt einen echten Triumph vor Gericht.
📌 HateAid: Was ist das überhaupt?
- Was ist das? HateAid ist eine gemeinnützige Organisation, die Menschen unterstützt, welche Opfer von digitaler Gewalt geworden sind.
- Wie finanziert sich die Organisation? Durch Spenden, private Förderungen und durch öffentliche Mittel wie das Bundesministerium der Justiz
Paar aus NRW geht gegen Hetze im Netz vor
Die beiden nahmen die Verfolgung der Täter selbst in die Hand und holten sich professionelle Hilfe bei der bekannten Opferschutz-Organisation HateAid. Das Verfahren endete für einen der Hater mit einer bitteren Lektion fürs Leben: Ein gerade einmal 16-jähriger Jugendlicher wurde von der Justiz eiskalt eingesackt. Die Konsequenz: Der Teenager muss eine saftige Strafe von sage und schreibe 1.600 Euro zahlen und obendrein einen handschriftlichen Entschuldigungsbrief an das Paar verfassen.
Doch wer jetzt denkt, die Betroffenen würden sich an dem Geld bereichern, der irrt sich. Das Paar behält von den Zahlungen keinen einzigen Cent: „Das Geld behalten wir nicht. Das Geld geht dann an HateAid als Spende“, betonen sie im Gespräch mit DER WESTEN. Oftmals wird es für die Täter durch die anfallenden Anwaltskosten und Schmerzensgelder sogar noch deutlich teurer. Eine Summe, die einem 16-Jährigen verdammt wehtun dürfte.
Trick gegen Hass auf Insta & Co.: DAS solltest du nicht tun
Damit die Ermittler der Staatsanwaltschaft die Täter überhaupt fassen können, nutzen die Social-Media-Macher einen simplen, aber extrem effektiven Trick. Wenn ein heftiger Hass-Kommentar unter ihren Videos auftaucht, wird dieser eben nicht sofort gemeldet oder gelöscht. Der Grund ist logisch. „Wir melden den auch nicht bei TikTok, weil wenn wir den bei TikTok melden, dann löscht TikTok den. Aber wir brauchen den Kommentar ja als Beweis, dass das wahr ist“, erklärt das Paar. Erst nach der Beweissicherung geht der Fall an die Anwälte. Und der verurteilte Teenager ist längst kein Einzelfall.
Wie das Paar gegenüber DER WESTEN exklusiv verrät, läuft im Hintergrund bereits das nächste Verfahren auf Hochtouren. Und dieser Täter war bei seiner Online-Hetzjagd auf Facebook besonders unvorsichtig: „Da hatte mich jemand bei Facebook übelst beleidigt. Und zwar mit Klarfoto von seinem Profil, mit Autos, mit Nummernschild bei seinem Profil. Also der ist relativ leicht nachzupassen.“ Ein erwachsener Mann, bei dem die Staatsanwaltschaft nun ganz genau hinschaut. Das Paar zeigt sich optimistisch und schickt eine unmissverständliche Warnung hinterher: „Der wird sich ärgern.“
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Auch CSD-Teilnehmende berichten gegenüber DERWESTEN, dass der Hass immer schlimmer wird.