Als André Wecker in der Nacht von einem Festival in Bochum nach Hause kommt, fällt ihm sofort ein hupendes Auto auf. Zunächst glaubt er, jemand wolle auf sich aufmerksam machen. „Als ich näher kam, habe ich gemerkt: Da sitzt ja niemand drin.“ Es ist der Beginn einer ungewöhnlichen Nacht, die zahlreiche Anwohner der Staufenstraße im Saarlandstraßenviertel in Dortmund um den Schlaf bringt.
Zwischen etwa 23.30 Uhr und 3.30 Uhr ertönen in der Nacht zu Freitag (3.7.) immer wieder lang anhaltende Hupsignale aus einem geparkten Auto. Mal wird minutenlang durchgehend gehupt, mal in unregelmäßigen Abfolgen. Immer mehr Anwohner öffnen ihre Fenster oder kommen auf die Straße, um nach der Ursache zu suchen. Nach einer Weile ist das betroffene Fahrzeug identifiziert. Im Wagen selbst befindet sich jedoch niemand.
Die Polizei rückt in der Nacht mehrfach wegen der Ruhestörung an. Doch jedes Mal, wenn die Beamten vor Ort sind, bleibt das Auto ruhig. Erst nachdem die Polizei den Einsatz beendet hat und die Straße sich wieder geleert hat, setzt das Hupen nach Beobachtungen mehrerer Anwohner erneut ein. Dies kann unsere Redaktion verifizieren.
Anwohner berichten
„Ich dachte erst: Was ist das denn für ein Idiot?“, sagt eine langjährige Anwohnerin, die anonym bleiben möchte. Gegen 23.30 Uhr wird sie erstmals durch das Hupen geweckt. Im Laufe der Nacht schreckt sie immer wieder davon auf. „Natürlich war das eine Ruhestörung.
Etwa gegen 0.30 Uhr kommt Jenny nach Hause, die ebenfalls in der Staufenstraße wohnt. Sie und ihr Freund Alex hören die Hupsignale bereits beim Betreten der Straße. Beide bleiben kurz stehen, können im betroffenen Fahrzeug jedoch niemanden erkennen.
Ordnungswidrigkeit
Warum die Hupe immer wieder ausgelöst wird, kann die Polizei in der Nacht nicht klären. Auf Nachfrage der Redaktion am Tag darauf bestätigt eine Polizeisprecherin mehrere Einsätze wegen der Ruhestörung. Bei den Einsätzen sei niemand im Fahrzeug angetroffen worden. Neue Erkenntnisse zu der Ursache lägen der Polizei bislang nicht vor. Man verweist darauf, dass es sich auch bei einer derart langen Ruhestörung um eine Ordnungswidrigkeit handelt. Ob der Vorfall ordnungsrechtliche Konsequenzen hat, blieb zunächst offen.
Halterin ermittelt
Am Morgen nach der unruhigen Nacht macht unsere Redaktion die Halterin ausfindig. Sie erklärt auf Nachfrage, die Polizei sei informiert und die Angelegenheit inzwischen geklärt. Ursache sei ein technischer Defekt gewesen, der mittlerweile behoben worden sei. Weitere Angaben möchte sie nicht machen.
Damit bleibt die offizielle Erklärung für die nächtliche Ruhestörung ein technischer Defekt. Warum die Hupe ausgerechnet während der Polizeieinsätze nie zu hören war, bleibt für viele Anwohner ein Rätsel. Ihre Nachtruhe fanden sie erst in den frühen Morgenstunden.
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