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Auch Regierungschefs haben Spaß beim CSD
- 29. Juni 2026
So geht's, Herr Merz! Beim Toronto Pride am Wochenende ließ sich Kanadas Premierminister Mark Carney von Teilnehmer*innen mit Wasserpistolen vollspritzen – und hatte dabei sichtlich Spaß.
Der 61-jährige Regierungschef wirkte bei seinem CSD-Besuch so entspannt wie jemand, der gerade seinen Lieblingsurlaub macht. Mit Regenbogen-Blumenkette um den Hals und im klatschnassen, ziemlich durchsichtigen weißen Hemd flanierte der Politiker der Liberalen Partei die Yonge Street entlang, schoss Selfies am Fließband, schüttelte etliche Hände und ließ auch noch buntes Konfetti auf sich niederregnen.
Als zwei Reporterinnen den Premier aus der Menge fischten und fragten, wie's ihm denn so gehe, antwortete Carney trocken: "Ziemlich nass." Die Energie sei unglaublich, die ganze Stadt, ach was, die ganze Welt komme hier zusammen, um Freiheit zu feiern. Und dann, mit dem Augenzwinkern eines Mannes, der sich das schon länger aufgespart hatte: "Sogar Menschen aus den USA sind hier." Großes Gelächter. Kleiner Seitenhieb, große Wirkung.
Am Rande erinnerte Carney noch an das Massaker im Pulse Nightclub in Orlando vor zehn Jahren mit 49 Toten und 58 Verletzten. Ein kurzer, ernster Moment zwischen all der bunten Ausgelassenheit. Dann verwies er auf den Sieg der kanadischen Fußball-Nationalmannschaft, die kurz zuvor gegen Südafrika gewonnen und sich ins Achtelfinale geschossen hatte: "Wenn man zusammensteht, kann man jedes Hindernis überwinden."
Klare Solidarität mit der queeren Community, angemessene Statements, Coolness, Schlagfertigkeit, Humor und dazu ein klatschnasses Hemd – warum ist ein solcher Regierungschef in Deutschland eigentlich undenkbar? (mize)









