Icon Pfeil zurück Start
Neue Landesstrategie beschlossen Senat will Berlin für queere Menschen sicherer machen
Symbolbild:Eine Progressive Pride Flag liegt auf dem Boden.(Quelle:picture alliance/Panama Pictures/C.Hardt)
00:43 Min
Audio: rbb24 Inforadio | 24.03.2026 | Marten Baer

Queere Menschen sollen sich in Berlin wieder sicherer fühlen. Der Senat hat dazu am DIenstag eine "Berliner Landesstrategie für queere Sicherheit und gegen Queerfeindlichkeit" beschlossen. In dem mehr als 50 Seiten umfassenden Papier sind zahlreiche Ideen und Maßnahmen beschrieben.

Dazu zählen laut Senatsverwaltung für Vielfalt ein besserer Schutz queerer Personen an Orten, die für sie bisher gefährlich sein können. Dazu zählen Parks oder bestimmte Treffpunkte, in denen - so eine Idee - Notrufsäulen installiert werden könnten.

Teil der Strategie sind auch verbesserte Sicherheitskonzepte rund um Großveranstaltungen oder kleinere Feste und eine stärkere Sensibilisierung von Polizei oder Sicherheitspersonal für das Thema.

Fast 130 queerfeindliche Gewaltdelikte

Gegen Hass im Internet soll eine Fachstelle für Queerfeindlichkeit im Netz aufgebaut werden. In jedem Bezirk ist die Schaffung von Anlaufstellen zum Diskriminierungsschutz mit unterschiedlichsten Angeboten geplant. Beim Schulneubau sollen geschlechtsneutrale Duschen und Toiletten mitgedacht werden.

Berlin ist nach Angaben der zuständigen Senatorin Cansel Kiziltepe (SPD) das erste Bundesland mit einer solch umfassenden Strategie. In einem breiten Beteiligungsprozess hätten sich mehr als 400 Menschen eingebracht. Hintergrund ist der zuletzt starke Anstieg queerfeindlicher Straftaten. In dem Papier findet sich die Zahl von 588 Vorfällen im Jahr 2023, darunter 127 Gewaltdelikte.

Berlin soll sicher für alle sein

"Mit dem heutigen Beschluss setzen wir ein klares Zeichen. Die Landesstrategie für queere Sicherheit und gegen Queerfeindlichkeit verankert den Schutz und die Sicherheit für queere Menschen in Berlin dauerhaft", sagte Kiziltepe, die Senatorin für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung ist.

Damit werde Berlin als Stadt gestärkt, die von genau dieser Vielfalt lebe. "Berlin soll spürbar sicherer werden und weiterhin eine lebenswerte Stadt bleiben für lesbische, schwule, bisexuelle, trans-, intergeschlechtliche und queere Menschen."

Ähnlich äußerte sich der Berliner Queerbeauftragte Alfonso Pantisano: "Mit der Landesstrategie schützen wir gezielter die Rechte und den Alltag queerer Menschen - und damit immer auch unsere Demokratie."

Sendung: rbb24 Inforadio, 24.03.2026, 20:00 Uhr

Berlin Queer

Kommentarfunktion geschlossen

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

57 Kommentare

  • Onkel Uhu

    Im Jahr 2023 erreichte die Zahl queerfeindlicher Straftaten in Berlin mit 588 Fällen einen historischen Höchststand. Gewaltdelikte: Davon wurden 127 als Gewalttaten eingestuft. Zum Vergleich: 2022 lag dieser Wert mit 148 Gewalttaten noch etwas höher. Dunkelziffer: Organisationen wie Maneo zählten allein im Jahr 2023 fast 1.000 Betroffene von schwulenfeindlicher Gewalt in Berlin.

    0 Antworten
  • Banse, Original

    Neuigkeiten aus Neukölln: Mutmaßliche Vergewaltiger und Sex-Straftäter wurden von Amts wegen nicht angezeigt, weil „muslimische Jungen bereits genug im Visier der Polizei seien“. Das geht aus einer eidesstattlichen Versicherung von Mitarbeiterinnen einer benachbarten Einrichtung (MaDonna) hervor. Demnach haben sie die Verantwortlichen des Jugendzentrums Wutzkyallee zur Anzeige bei der Polizei gedrängt.

    0 Antworten
  • Mark

    Die Maßnahme greift zu kurz. Es gibt diverse Minderheiten und Gruppen, die sich bedroht fühlen. Juden, Frauen, alte Leute ... Das Problem muss an der Quelle bearbeitet und beseitigt werden. Kampf gegen Extremismus!

    • Mark...ja, aber wie denn?

      Wie konkret könnte man vorgehen?

Mehr bei rbb|24