FPÖ-Festakt: Staatstragend gegen das „System“

Die FPÖ feierte in der Hofburg ihren 70. Geburtstag. Unter den Gratulanten waren Viktor Orban, Alice Weidel, Geert Wilders. Herbert Kickl analysierte die „freiheitliche Seele“.

FIDESZ-Vorsitzender Viktor Orban, der niederländische PVV-Vorsitzende Geert Wilders und Alice Weidel (AfD)
FIDESZ-Vorsitzender Viktor Orban, der niederländische PVV-Vorsitzende Geert Wilders und Alice Weidel (AfD) APA / APA / Tobias Steinmaurer
Oliver Pink
Die Presse auf Google als bevorzugte Nachrichtenquelle hinzufügen.

In der ersten Reihe nahm Viktor Orbán Platz. Neben ihm Geert Wilders und Alice Weidel. Auf der anderen Seite des Gangs saß die aktuelle Führungsriege der FPÖ um Herbert Kickl. Dahinter Veteranen wie Herbert Haupt und Ewald Stadler.

Die FPÖ feierte am Samstag in der Hofburg ihren 70. Geburtstag. Mit langanhaltenden Standing Ovations für die internationalen Ehrengäste. Ein Bläserensemble sorgte für den festlichen musikalischen Ton. Die ersten Sätze der Moderatorin, der Nationalratsabgeordneten Lisa Schuch-Gubik, waren dann auch Programm: „Man kann keine Bewegung aufhalten, die von den Menschen getragen wird.“

Es folgte, ebenso heftig akklamiert, Steiermarks Landeshauptmann Mario Kunasek. „Mit 70 Jahren fängt das Leben an“, hob er an. Es habe Höhen und Tiefen gegeben. In einem Kampf gegen das System seit 70 Jahren. Diffamierungen mussten die Vertreter der FPÖ immer wieder ertragen. Man sei sich aber stets treu geblieben. Auch in der Liebe zur Heimat. In vielen Bundesländern trage man heute schon Regierungsverantwortung. Und durch „die Kraft der Wähler“ werde dieses Ziel auch auf Bundesebene erreicht werden. Bei Herbert Kickl bedankte sich Kunasek ausdrücklich für dessen „Durchhaltevermögen“.

Babis auf Deutsch per Video

Tschechiens Premier Andrej Babis gratulierte per Video auf Deutsch und würdigte die tragende Rolle der FPÖ in der Gruppe der „patriotischen“ Parteien beim Erhalt der nationalen Eigenheiten. Dann betrat Geert Wilders die Bühne: Ebenso auf Deutsch sprach er von den „Helden der FPÖ“. Wenn die Partei weiter so wachse, steuere sie auf eine absolute Mehrheit zu. Österreich hätte einen Herbert Kickl als Bundeskanzler verdient. Die „Systemparteien“ hätten das zuletzt noch einmal verhindert. „Österreich muss Österreich sein“, so Wilders. Masseneinwanderung und Islamisierung gehörten gestoppt.

Dann war Viktor Orbán an der Reihe. Großer Jubel im Saal. Der vormalige ungarische Premier sprach Englisch: „Österreich gehört dem österreichischen Volk.“ Man werde ausgegrenzt als Patriot, als vorgestrig bezeichnet. Doch die FPÖ schicke sich nun an, Geschichte zu schreiben. Überall würden in Europa die patriotischen Parteien wachsen. Nicht zuletzt aufgrund der Migration. „Aber wir sagen Nein.“ In Ungarn sei die Zahl der Migranten „null“. Und Europa brauche wieder mehr wirtschaftliche Schlagkraft.

Noch größer war der Jubel dann für AfD-Chefin Alice Weidel. Stolz sei sie, hier zu sein. Beim künftigen „Volkskanzler“, was mit deutschem Idiom noch etwas härter klingt. Nach jedem Abgesang habe die FPÖ die Kräfte gesammelt, Glücksritter abgeschüttelt und sich zurückgekämpft. Gegen die Kräfte des politischen Establishments. „Das ist für die AfD Inspiration und Ansporn.“ Die Zukunft Europas liege in den Händen souveräner Staaten. „Wir bewahren unsere Kultur, unsere Religion, wir sind die Vertreter unserer Völker.“

Rosenkranz‘ Abriss, Kickls Rede

Nach einem historisch-ideologischen Abriss durch Nationalratspräsident Walter Rosenkranz dann am Ende FPÖ-Chef Herbert Kickl: Nie im Leben habe er daran geglaubt, das Privileg zu haben, an der Spitze dieser Partei zu stehen. Aber er habe immer daran geglaubt, dass die FPÖ die Nummer sein könnte. Entgegen des „fanatischen Spiels“ der Gegner. Die FPÖ sei heute die jüngste aller Parteien: „Ein Wunder.“ Kickl wandte sich, Heidegger und Nietzsche zitierend, der „freiheitlichen Seele“ zu, der Liebe zur Freiheit und der Heimat. Über alle Krisen hinweg, als sogar die Treuesten still geworden sein. Er sehe heute noch Schmerz, Verletzungen und Narben. Die Menschen zugefügt wurden, nur weil sie Freiheitliche seien. Und die „Seele“ eines Staates sei „Homogenität“. Damit Europa seine Völker nicht verliere, brauche es einen Asylstopp. Das sei auch im Einklang mit der Verfassung: Das Recht gehe vom Volk aus.

Danach ging es beim „Volksfest“ auf dem Stephansplatz weiter. Mit Stars aus der Schlagerbranche wie Udo Wenders, den Ursprung Buam und Roberto Blanco.

Blaue Party mit rechtspopulistischer Prominenz: Viktor Orban, Geert Wilders, Alice Weidel.
Blaue Party mit rechtspopulistischer Prominenz: Viktor Orban, Geert Wilders, Alice Weidel. APA / Steinmaurer

Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.