Seit Februar durften Acer und Asus bestimmte Notebooks und PCs nicht mehr ausliefern. Grund war ein Patentstreit mit Nokia über ein spezielles Verfahren zur Videocodierung. Nun wurde offensichtlich eine Lösung gefunden.
Asus
Patentstreitigkeiten sind in der ITK-Branche fast an der Tagesordnung. Oft laufen sie hinter den Kulissen und im besten Fall bekommen Kunden und Händler davon gar nichts mit. Manchmal eskaliert aber der Streit und die Folgen sind oft drastisch.
So war es auch Anfang des Jahres, als das Landgerichts München vom 22. Januar 2026 (Az. 7 O 4100/25) im Streit um bestimmte Nokia-Patente, die die Videocodierung bei Mobilgeräten betreffen, Acer untersagte, „die Vorrichtungen (…) in der Bundesrepublik Deutschland anzubieten, in Verkehr zu bringen oder zu gebrauchen oder zu den genannten Zwecken einzuführen und/oder zu besitzen“. (ChannelPartner berichtete). Auch Asus hatte mit ähnlichen Restriktionen zu kämpfen.
Produkte mit HEVC-Codec werden wieder ausgeliefert
Bei Missachtung des Urteils wären die Folgen drastisch gewesen: Es drohte ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro oder einer Ordnungshaft bis zu sechs Monaten.
Nun gibt es offensichtlich eine Einigung. Am Rande der Acer-Partnerkonferenz in Hamburg bestätigte das Unternehmen, das auch die umstrittenen Produkte wieder geliefert werden. Über die weiteren Details zu der Einigung will Acer sich aber nicht äußern. „Acer wird Produkte sowohl mit als auch ohne HEVC-Codec ausliefern. Bei Produkten ohne vorinstallierten HEVC-Codec können Kunden die Unterstützung aktivieren, indem sie die erforderliche Software separat über offizielle Drittanbieter-Kanäle installieren“, heißt es in einem Statement, das ChannelPartner vorliegt.
Schiedsvereinbarung zwischen Asus und Nokia
Asus ist da etwas auskunftsfreudiger: „Asus und Nokia haben eine Schiedsvereinbarung zur Beilegung ihrer Patentstreitigkeiten geschlossen. In diesem Zusammenhang werden die laufenden Rechtsverfahren zwischen beiden Unternehmen, einschließlich der Verfahren in Deutschland, ausgesetzt beziehungsweise zurückgenommen“, schreibt Asus. Man freue sich, einen einvernehmlichen Rahmen für die Lösung dieser Angelegenheiten gefunden zu haben und die Zusammenarbeit mit einem gemeinsamen Verständnis für Innovation und den Schutz geistigen Eigentums fortzusetzen.
Über den entstandenen Schaden kann nur spekuliert werden. Immerhin konnten bereits bestehende Lagerbestände bei der Distribution und im Handel abverkauft werden. Zudem versuchte man bei Acer, mit einem Vertriebsfokus auf andere Produktgruppen wie Monitore oder Projektoren einen Teil der Ausfälle zu kompensieren.