Andacht vom Samstag, den 20. Juni 2026
Lesung: Hosea 8,1-14
Andachtsvers:
Wohl schreien sie zu mir: "Du bist mein Gott; wir, Israel, kennen dich." Doch Israel verwirft das Gute; darum soll der Feind sie verfolgen. (Hosea 8,2+3)
Schön klingt es in den Gottesdiensten, wenn sich die Gemeinde zu ihrem Herrn bekennt! Wenn sie singt "Großer Gott, wir loben dich" oder "Ich weiß, an wen ich glaube". Beeindruckend auch ihr Glaubensbekenntnis zu dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist. Das muss Gott doch gefallen! Muss es das wirklich? Israel feierte seine Gottesdienste und bekannte seinem Gott, dass es ihn kennt. Aber in ihrem Leben wirkte sich dieser Glauben nicht aus. Er blieb ein leeres Bekenntnis (Jakobus 2,17). Sie verwarfen das Gute, das heißt den guten Willen ihres Gottes, der ihnen schon so viel Segen geschenkt hatte. Die Israeliten bauten Altäre und beteten Götzenbilder an. Sie feierten Gottesdienste, die dem wahren Gott ins Gesicht schlugen. Und weil sie das taten, darum sollten die Feinde das Gericht über sie bringen.
"Wir kennen dich!" Wirklich? Unsere Andachtsverse hinterfragen auch unseren Gottesdienst. Unser Herr will nicht allein mit den Lippen gelobt werden, sondern vor allem mit Herzen, die ihm nah sind (Jesaja 29,13). Was wir mit unseren Liedern bekennen, mit unseren Gebeten sprechen, das soll mehr als Lippenbekenntnis sein. Wenn wir unseren Herrn wirklich kennen und ihn loben wollen, dann lasst uns das auch in unserem Alltag tun. Loben wir ihn für seine guten Taten. Er ist unser Schöpfer und unser Erlöser. Er ist es, der uns Hoffnung geschenkt hat, die uns gerade in dieser hoffnungslosen Welt tragen und erhalten kann. Und so gilt: "Der Herr kennt die Seinen; und: Es lasse ab von Ungerechtigkeit, wer den Namen des Herrn nennt" (2Timotheus 2,19).
Lasst uns beten:
Herr, vergib uns, wo wir dich nur mit unseren Lippen bekannt haben, aber unsere Herzen fern von dir waren. Erhalte uns, Herr, im Glauben und sei du nicht fern von uns. Amen.
Lied:
LG 294Pfarrer Jörg Kubitschek