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Gießener bald U19-Nationalspieler?

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Fatih Kaya ist ein Kämpfer. Der Gießener hat eine lange Leidenszeit hinter sich. Jetzt greift der U19-Fußballer des FC Ingolstadt wieder an. So erhielt der Stürmer eine Einladung zu einer DFB-Sichtung.

Der FC Ingolstadt 04 entpuppt sich immer mehr zum Auffangbecken für Gießener Fußballer. Mittlerweile sind es fünf, die bei den Schanzern unter Vertrag stehen. Allen voran Profi Sonny Kittel, an dem sich die restlichen vier – Bruder Sammy, Nico Rinderknecht (zurzeit ausgeliehen an den Drittligisten Preußen Münster), Tom Woiwod und Fatih Kaya – ein Beispiel nehmen.

Kaya ist gerne mit den Kittels zusammen. Der U19-Stürmer hat sich nach seinem Wadenbeinbruch vor einem Jahr wieder in den Fokus gespielt. Er hebt aber deswegen nicht ab. Der 17-Jährige will weiter hart an sich arbeiten, um den nächsten Schritt in seiner Entwicklung zu machen.

Bitte skizzieren Sie kurz Ihren fußballerischen Werdegang?

Fatih Kaya: Alles fing auf dem Bolzplatz an, als ich meinen größeren Brüdern zugeschaut habe. Damals musste ich mich schon gegen Ältere durchsetzen und mich durchboxen. Irgendwann bin ich dann mit meinen Brüdern zum Sportplatz vom TSV Klein-Linden gefahren, um ihnen beim Training zuzusehen. Ab da war klar: Das ist mein großes Ziel. Ich habe immer versucht, so gut zu sein wie meine Brüder.

Wie ging es dann weiter?

Kaya: Ich spielte meine ersten Jahre beim TSV Klein-Linden und wechselte dann in der E-Jugend zum VfB 1900 Gießen. In der U12 hat mich auf einem Turnier Peter Gänßler, ein Scout vom FSV Mainz 05, angesprochen. Er war überzeugt von dem, was er auf dem Platz von mir gesehen hat, und hat mich den 05ern empfohlen. Als es dort dann geklappt hat, habe ich fünf erfolgreiche Jahre von der U13 bis zur U17 durchlaufen, bis mein Weg mich dann nach Ingolstadt führte. Zu Beginn der U19 wechselte ich dann an die Donau zu den Schanzern.

Welche Trainer haben Sie geprägt?

Kaya: Ich hatte in den vielen Jahren viele verschiedene Trainer. Jeder Coach hat mich mit seiner eigenen Art und Weise weitergebracht und einen Teil zu meiner Entwicklung beigetragen. Trotzdem möchte ich betonen, dass mein jetziger Trainer Roberto Pätzold mich am meisten weitergebracht hat. Er hat einen riesigen Beitrag zu meiner Entwicklung geleistet und stand immer hinter mir. In guten Zeiten, aber auch in der Zeit während und nach meiner längeren Verletzung (Wadenbeinbruch vor einem Jahr) war er immer für mich da.  

Es wird selten alles perfekt laufen, aber man muss alles annehmen

Fatih Kaya

Warum sind Sie von Mainz aus zum FC Ingolstadt 04 gewechselt?

Kaya: Es waren fünf super Jahre für mich in Mainz. Trotzdem war es noch nicht klar, wie es dort weitergeht. Mein Berater hat in dieser Phase sehr gute und angenehme Gespräche mit dem FC Ingolstadt geführt. Ich persönlich hatte auch einen sehr guten Eindruck vom ganzen Verein, vom Trainerteam und von der Stadt. Mir war deshalb schnell klar, wenn es klappt, werde ich diesen Schritt nach Ingolstadt machen – und es war absolut der richtige.

Was schätzen Sie besonders bei den Schanzern?

Kaya: Ich ziehe ungern Vergleiche. Ich würde behaupten, jeder Verein hat Gutes und Schönes an sich. Was mir aber besonders gut hier in Ingolstadt gefällt, ist, dass in dem Verein ein hervorragendes Klima herrscht. Das Verhältnis zwischen Jugendmannschaften, U21 und Profiabteilung ist sehr vertraut und familiär. Das ist für mich ein wichtiger Punkt.

Es sind ja mittlerweile einige »Gießener« beim FCI. Mit wem haben Sie Kontakt?

Kaya: Es sind tatsächlich viele Gießener beim FCI. Ich hab ein sehr enges Verhältnis zu der Familie Kittel. Ich spiele in diesem Jahr sogar mit Sammy Kittel zusammen. Wir sind oft am Abend zusammen und schauen mit seinem Bruder Sonny unter anderem Champions League oder Bundesliga. Es macht tierisch Spaß mit den beiden, und ich bin froh, so viel Zeit mit ihnen verbringen zu dürfen, da ich gerade von Sonny noch sehr viel lernen kann.

Was ist Ihr nahes sportliches Ziel, welches in der Zukunft?

Kaya: Ziele sind wichtig im Leben, damit man eine Orientierung hat. Aber am Ende des Tages muss man hart arbeiten und jeden Tag voll Gas geben, egal, ob es um Fußball oder Schule geht. Ich habe mich vor knapp einem Jahr schwer verletzt. Ich bin fast sieben Monate ausgefallen, trotzdem hab ich es angenommen und versucht, stärker zurückzukommen. Es wird selten alles perfekt laufen, aber man muss alles annehmen.

Sind Sie noch oft in Gießen?

Kaya: Natürlich versuche ich, noch so oft wie möglich in die Heimat zu fahren und meine Familie zu sehen. Das tut gut – und man tankt noch mal ein Mehr an Energie.

Aktuell waren Sie in Duisburg bei einem DFB-Sichtungsturnier. Wie lief es für Sie?

Kaya: Zuallererst möchte ich mich sowohl bei meinem aktuellen Trainer Roberto Pätzold als auch bei den DFB-Trainern Mikel Schönweitz und Markus Hirte bedanken, dass ich die große Chance erhalten habe, Erfahrung im DFB-Dress zu sammeln. Ich h offe, dass ich mich gut eingebracht habe und einen möglichst positiven Eindruck hinterlassen konnte. Ich bin froh, wenn alle Beteiligten zufrieden sind und ein gutes Bild von mir als Mensch und Fußballer haben.

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