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Warnung vor "Gender-Propaganda"

Italien: Regierung sagt Sexualkunde den Kampf an

Die rechte Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat sich vorgenommen, die (heterosexuelle) Familie zu stärken. Dazu soll nun auch gehören, dass Sexualkunde nur mit Einstimmung der Eltern unterrichtet werden darf.


Giorgia Meloni von der postfaschistischen Partei Fratelli d'Italia ist seit 2022 italienische Ministerpräsidentin (Bild: 1 Governo italiano / wikipedia2)

An Italiens Schulen darf Sexualkunde künftig nur noch mit ausdrücklicher Zustimmung der Eltern unterrichtet werden. Mit der Mehrheit der rechten Koalition von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni wurde das neue Gesetz in Rom nach der Abgeordnetenkammer jetzt auch vom Senat gebilligt. An Kindergärten und in Grundschulen ist Sexualkunde demnach in Zukunft sogar grundsätzlich verboten.

Die Regelung soll nach den Sommerferien im September in Kraft treten. Der Beschluss ist umstritten. Im Unterschied zu anderen europäischen Ländern ist Sexualkunde in Italien derzeit kein fester Bestandteil des Unterrichts. Eine klare Regelung gab es bislang nicht.

Bildungsminister warnt vor "Gender-Propaganda"

Die rechte Koalition aus Melonis Fratelli d'Italia, Lega und Forza Italia begründet ihr neues Gesetz damit, dass die Entscheidung über die Teilnahme an Sexualkunde letztlich bei den Eltern liegen müsse. Bildungsminister Giuseppe Valditara von der extrem rechten Partei Lega warnte zudem vor "Gender-Propaganda". "Wir geben den Eltern wieder eine Stimme in Fragen der Geschlechtsidentität ihrer minderjährigen Teenager", sagte er. Aus der Opposition hingegen kam Kritik, dass Kinder aus ideologischen Gründen mit Fragen zur Sexualität allein gelassen würden.

Im Detail sieht das Gesetz vor, dass Schulen mindestens eine Woche vor Beginn des Unterrichts eine schriftliche Einverständniserklärung der Eltern einholen müssen. Dazu sollen sie mindestens einen Monat zuvor Unterlagen über Unterrichtsziele und unterrichtende Lehrer bekommen. Volljährige Schüler*innen können selbst ihre Einwilligung geben. Über Risiken durch sexuell übertragbare Krankheiten soll künftig im Biologie-Unterricht aufgeklärt werden. (cw/dpa)

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