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Ausgrabung von Archäologen in Mitte Steinkeller aus Mittelalter am Molkenmarkt entdeckt
Ein Steinkeller eines bislang unbekannten Gebäudes aus dem Spätmittelalter wurde in Berlins historischer Mitte bei Grabungen am Molkenmarkt gefunden.  (Quelle: picture alliance/dpa/Jens Kalaene)
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Steinkeller aus Mittelalter am Molkenmarkt entdecktSteinkeller aus Mittelalter am Molkenmarkt entdeckt
00:29 Min
Ein Steinkeller eines bislang unbekannten Gebäudes aus dem Spätmittelalter wurde in Berlins historischer Mitte bei Grabungen am Molkenmarkt gefunden. (Quelle: picture alliance/dpa/Jens Kalaene)

Archäologen haben in der historischen Mitte von Berlin die Überreste eines bislang unbekannten mittelalterlichen Bauwerks entdeckt. Bei Ausgrabungen am Molkenmarkt wurde ein großer Steinkeller aus dem 14. oder frühen 15. Jahrhundert freigelegt, wie das Landesdenkmalamt am Mittwoch mitteilte.

"Der Steinkeller diente möglicherweise als Kauf- und Handelskeller und gehörte zu einem bislang unbekannten, großen und repräsentativen Bauwerk des späten Mittelalters", sagte der wissenschaftliche Projektleiter Eberhard Völker vom Landesdenkmalamt Berlin bei einem Presserundgang.

Der Fund gilt als ungewöhnlich, weil der Keller für die damalige Zeit vergleichsweise groß ist und über Jahrhunderte erhalten blieb. Er misst mindestens 8,50 Meter in der Länge und fast 7,50 Meter in der Breite. Entdeckt wurden unter anderem Mauerreste, Nischen sowie Licht- und Lüftungsöffnungen.

Keller blieb über Jahrhunderte erhalten

Trotz mehrerer Um- und Ausbauten blieb der Keller demnach in seinen Grundzügen über Jahrhunderte erhalten. Erst durch Kriegseinwirkungen wurde das Bauwerk zerstört. Die Verfüllung und Versiegelung des Geländes nach 1945 trugen dem Landesdenkmalamt zufolge dazu bei, dass die Überreste noch ungewöhnlich gut erhalten sind.

Seit 2019 wird am Molkenmarkt gegraben. Die Arbeiten sollen noch bis 2027 dauern. Laut Bausenator Christian Gaebler (SPD) gehört das Projekt zu den größten stadtarchäologischen Untersuchungen Deutschlands. In den kommenden Tagen soll der freigelegte Keller zunächst wieder verfüllt werden, um ihn vor Umwelteinflüssen zu schützen.

Sendung: rbb|24, 10.06.2026, 17:24 Uhr
Video: rbb|24, 10.06.2026, Jörn Kersten

Berlin

10 Kommentare

  • Streitlust

    Na dann wird sich die Bauerei ja noch mindestens 10 Jahre länger hinziehen. Siehe Baustelle "House of One" und U5- Verlängerung. Was für eine Überraschung, dass Berlin in seinem Gründungsareal schon vor dem Jahr 1900 tatsächlich Häuser hatte.

    0 Antworten
  • Ramona Weide

    Ja , Geschichtsbewusstsein ist in dieser Stadt schon seit Je ein Fremdwort . Unsere Altstadt , von der andere sehr gut profitieren die noch eine haben. , wurde ja schon vor dem Krieg zum Teil platt gemacht . Eine Stadt ohne eigenes Geschichtsbewusstsein ist Seelenlos .Berlin hat kaum Identität .Aber baut nur fleißig weiter damit dort wieder die mit dem Silbertaler wohnen können .

    • Christiane

      Standards ändern sich, Häuser werden baufällig, oder entsprechen nicht mehr den Ansprüchen. Es wird an-, neu-, um- oder überbaut. Das ist normal, wenn auch für Liebhaber mancher Architektur bedauerlich. Herausragende Bauten, die den jeweils Verantwortlichen geschichtlich , kulturell oder politisch bedeutend schienen, wurden auch früher schon bewahrt. Berlin war lange Zeit keine besonders große Stadt, und hat wirkliche Bedeutung erst erlangt, als die preußische Monarchie hier ihren Sitz nahm; und ihr ihren Stempel aufdrückte, neu- und umbaute. Berlin war auch stets eine Stadt der Zugezogenen, in der sich viele Kulturen trafen und treffen. Und man bedenke, dass erst 1920 das Groß-Berlin entstanden ist, das wir heute kennen. Dann die Teilung nach dem 2. Weltkrieg, und das wiedervereinte Berlin von heute ist noch keine 40 Jahre alt. Eine bewegte Geschichte. Ich denke, dass gerade in der historischen und gegenwärtigen Vielfalt der Schlüssel zu Berlins Identität liegt.

  • FF

    @Berlinä Beim Bohlendamm war der Senat auch der Bauherr, der ihn zerstören ließ. Und bei dem Keller-Grundtück ist es wohl wieder der Senat oder eine seiner Wohnungsbaugesellschaften ( es sei denn, es ist eins der Grundstücke, die er in fragwürdigen deals verteilt hat - s. zB. Graues Kloster.)

    0 Antworten

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