Die Polizei ist am Dienstag im Rahmen einer großangelegten Razzia gegen eine mutmaßliche Drogenhändler-Bande vorgegangen, die sogenannte "Kokstaxis" beliefert haben soll. Das teilten die Berliner Polizei und die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit.
Die Durchsuchungen fanden demnach in den Berliner Stadtteilen Schöneberg, Neukölln, Reinickendorf, Wedding, Friedrichshain, Charlottenburg-Nord, Wilmersdorf, Tempelhof und Moabit statt. Zudem wurden Objekte in Potsdam, im brandenburgischen Landkreis Havelland und Chemnitz (Sachsen) durchsucht.
An dem Einsatz waren rund 250 Kräfte aus Berlin, Brandenburg und Sachsen beteiligt. Insgesamt seien 16 Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt worden, hieß es weiter.
Koks-Taxis mit Betäubungsmitteln versorgt?
Den Maßnahmen seien umfangreiche Ermittlungen vorausgegangen, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft weiter mit. Diese richten sich seit Januar 2026 gegen einen 19-jährigen Intensivtäter, der nach Angaben der Ermittler im unteren Bereich der Hierarchie eines Netzwerks des illegalen Drogenhandels tätig gewesen sein soll.
Der Beschuldigte stehe im Verdacht, gemeinsam mit weiteren Personen in mehr als 400 Fällen Fahrer sogenannter Koks-Taxis mit Betäubungsmitteln versorgt zu haben, hieß es weiter. Dabei soll es sich unter anderem um Kokain und Cannabis gehandelt haben.
Bei den Durchsuchungen stellten die Einsatzkräfte nach Angaben der Polizei unter anderem rund 1,3 Kilogramm mutmaßliches Kokain, etwa 20 Kilogramm Cannabis, mehrere Hundert Verkaufseinheiten von Ketamin, MDMA und Ecstasy sowie mehr als 1,9 Kilogramm Haschisch sicher. Darüber hinaus beschlagnahmten sie Verpackungsmaterial, technische Geräte und Bargeld in fünfstelliger Höhe. Darüber hinaus seien zwei Autos als mutmaßliche Tatmittel sichergestellt.
Insgesamt trafen die Einsatzkräfte an den durchsuchten Orten den Angaben zufolge 17 Personen an und stellten deren Identitäten fest. Vier Personen seien festgenommen und in Polizeigewahrsam gebracht worden. Sie sollen noch am Mittwoch einem Ermittlungsrichter vorgeführt werden, der über den Erlass von Untersuchungshaftbefehlen entscheiden soll.
Die Ermittlungen dauern an.
Sendung: Fritz vom rbb, 10.64.2026, 17:30 Uhr
Audio: Fritz vom rbb, 10.06.2026, Britta Nothnagel