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Aschaffenburg

CSU-OB bleibt stur: Keine Pride-Flagge am Rathaus

Unter dem SPD-Vorgänger durfte am Aschaffenburger Rathaus zum CSD die Regenbogenfahne wehen. Der neue CSU-Oberbürgermeister Markus Schlemmer sprach ein Verbot aus. Nach heftiger Kritik gibt es nun einen "Kompromiss".


Der CSU-Politiker Markus Schlemmer gewann erst im März die OB-Wahlen in Aschaffenburg (Bild: Björn Friedrich / Stadt Aschaffenburg)

  • Heute, 07:33h 2 Min.

Die Stadt Aschaffenburg wird zum Christopher Street Day (CSD) am Samstag keine Regenbogen­flagge am Rathaus hissen – aber an zwei anderen Orten: am Scharfeck und am Landingtunnel. Darauf hätten sich Oberbürgermeister Markus Schlemmer (CSU) und die Stadtratsparteien im Ältestenrat geeinigt, teilte die Stadt mit. Das Scharfeck ist ein Knotenpunkt in der Innenstadt, es grenzt unmittelbar an die Fußgängerzone. Der Landingtunnel leitet den Verkehr unter dem Schlossplatz durch.

Mit dem "Kompromiss" reagierte der Oberbürgermeister auf die Kritik an seiner Entscheidung, an öffentlichen Gebäuden der Stadt keine Flaggen zum Pride Month und zum CSD zu hissen (queer.de berichtete1).

Schlemmer will der queeren Community entgegenkommen

"Mir ist bewusst, welche Symbolkraft die Regenbogenflagge für die queere Community hat", sagte Schlemmer. "Ich bin dennoch nach wie vor der Ansicht, dass Fahnen nicht das beste Mittel sind, um Akzeptanz zu fördern." Mit der jetzigen Lösung wolle er der queeren Community entgegenkommen. Darüber hinaus räumte der CSU-Politiker ein: "Die Entscheidung in der vergangenen Woche ist aber sehr kurzfristig gefallen und hat uns allen nicht genug Zeit gelassen, das Für und Wider zu besprechen."

Ende Mai hatte der Bürgermeister gesagt: "Öffentliche Gebäude und zentrale Fahnenmasten stehen aus meiner Sicht in besonderer Weise für die Gesamtstadt und für alle Bürgerinnen und Bürger. Deshalb möchte ich die offizielle Beflaggungspraxis auf staatliche, städtische und besondere hoheitliche Anlässe konzentrieren."

SPD-Bürgermeister zeigte Solidarität

Schlemmer war im März zum neuen OB der Stadt gewählt worden. Im Vorjahr hatte der damalige Rathauschef Jürgen Herzing (SPD) noch bewusst die Regenbogenfahne hissen lassen – unter anderem aus Solidarität mit der ungarischen Hauptstadt Budapest, wie es damals hieß. Dort hatte der inzwischen abgewählte Ministerpräsident Viktor Orbán eine Pride-Demo verbieten lassen, trotzdem waren Ende Juni zahlreiche Menschen durch Budapest gezogen (queer.de berichtete2).

Zum CSD in Aschaffenburg wird außerdem die Ebertbrücke in Regenbogenfarben leuchten. Darüber hinaus stimmte der neue Oberbürgermeister zu, dass auf dem Bildschirm am Stadttheater für die Veranstaltungen im Pride Month geworben werden. (cw/dpa)

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