Psychose bei Parkinson
Ein Dilemma für Arzt, Apotheker und Patient
Psychose bei Parkinson
Von Verena Stahl | Parkinson-Patienten zeigen gegenüber der Allgemeinbevölkerung weitaus häufiger das klinische Bild einer Psychose oder Halluzinationen. Hierbei handelt es sich jedoch meist nicht um eine eigenständige Krankheit, sondern um eine unerwünschte Arzneimittelwirkung der Antiparkinson-Medikation, weshalb man auch verallgemeinernd von einer „L-Dopa-Psychose“ spricht. Mit zunehmender Therapiedauer entwickeln Schätzungen zufolge 10 bis 30% aller Parkinson-Patienten diese medikamentös induzierten Zustände. Der hiervon betroffene Patient und sein behandelnder Arzt befinden sich in einem Dilemma, denn die Nebenwirkung lässt sich nur umgehen, wenn die Antiparkinson-Medikation umgestellt oder in der Dosis reduziert wird. Die Umstellung ist jedoch meist nicht möglich oder mit einer kaum tolerablen Abnahme des Therapieerfolgs verbunden. Wenn die Nebenwirkung ursächlich nicht beseitigt werden kann, muss das Symptom behandelt werden. Allerdings sind die meisten zur Behandlung von Halluzinationen und Psychosen eingesetzten Neuroleptika bei Parkinson-Patienten kontraindiziert, da sie als Dopamin-Antagonisten direkte Gegenspieler zu Dopamin/L-Dopa sind und damit die Parkinsonsymptome unmittelbar und bedeutend verschlechtern.