BVG: Keine Kondom-Werbung in Berliner Bussen und Bahnen

Billy Boy darf seine neue Werbung nicht in der BVG präsentieren.

BLZ
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Berlin - Sex sells! Kein anderes Motto ist in der Werbung so beliebt. Gerade in der Hauptstadt wird man tagtäglich mit nackter Haut und frechen Slogans auf Plakaten konfrontiert. Die BVG ist oft mit dabei. Doch jetzt erteilte sie einem Kondom-Hersteller eine Absage. Billy Boy darf seine Werbekampagne nicht in Berliner Bussen und Bahnen präsentieren.

Sie sind frech, bunt und provozierend: Mit den Motiven der neuen #Nasichi-Kampagne nimmt Billy Boy kein Blatt vor den Mund. In Hamburg, Köln und Freiburg zieren die Plakate mit Sprüchen wie „Das Rohr ordentlich durchpusten“ oder „Die Rakete auf große Mission schicken“ schon das Stadtbild. Doch in Berliner Bussen und Bahnen sucht man sie vergebens.  Die Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) haben Billyboy jetzt eine Absage erteilt.  

Ungewöhnlich, denn das Unternehmen selbst ist eigentlich bekannt für hippe und lockere Werbung. Man denke an das  selbstironische Musikvideo „Is mir egal“ oder das schnulzige Münchner-Freiheit-Remake „Ohne Uns“.

BVG will keine sexuellen Motive

Eine Sprecherin begründet die Ablehnung gegenüber der Berliner Zeitung mit einem Fall, der schon einige Jahre zurückliegt. Damals erregte eine Kampagne des Berliner Bordells Artemis die Gemüter. „Obwohl die Motive durchaus ansprechend waren, mussten wir uns viel Kritik anhören“, sagt die Sprecherin. Daher habe die BVG mit dem Vermarkter Wall beschlossen, grundsätzlich keine Motive mehr zu schalten, bei denen Sex verbildlicht werde. „Es geht uns nicht um Inhalte, mit Werbung für Kondome haben wir überhaupt kein Problem. Doch aufgrund des hohen Anteils minderjähriger Fahrgäste seien Motive mit sexuellen Darstellungen oder Anspielungen tabu“, so die Sprecherin.

Bei Billy Boy stößt das Verständnis dafür an Grenzen. „Gerade das coole Berlin ist doch so weltoffen, so bunt und so vielfältig und hat in der Vergangenheit einige krasse Kampagnen gesehen – auch im öffentlichen Nahverkehr. Da hat es uns überrascht, dass ausgerechnet der Betreiber desselben, der ja speziell dafür bekannt ist, selbst lockere, witzige und etwas außergewöhnliche Werbung zu machen, mit unseren Motiven nicht umgehen kann“, sagt Johannes Zerger, Brand Manager von Billy Boy enttäuscht. Die anderen Städte seien „deutlich entspannter" gewesen.

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