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Geheimdienst-Leaks
Neuer oberster Führer im Iran: Modschtaba Chamenei soll schwul sein
Derzeit werden angebliche US-Geheimdienstinformationen verbreitet, wonach Irans neuer starker Mann homosexuell ist. Allerdings ist fraglich, ob das der Wahrheit entspricht oder bloß Kriegspropaganda ist.
Modschtaba Chamenei (Bild: IMAGO / NurPhoto)
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17. März 2026, 07:53h 2 Min.
Als die deutsche Boulevardzeitung "Bild"1 am Montag berichtete, Irans neuer oberster Führer Modschtaba Chamenei "soll schwul sein", greift sie eine Erzählung auf, die derzeit international zirkuliert. Ausgangspunkt sind angebliche Geheimdienstinformationen, wonach Chamenei "wahrscheinlich gay" sei – eine Behauptung, die laut Berichten2 auch im Umfeld von Donald Trump kursiert und dort teilweise mit Spott aufgenommen worden sei.
Demnach soll der 56-jährige Modschtaba Chamenei, der Sohn des gleich zu Beginn der israelisch-amerikanischen Angriffe auf den Iran getöteten Diktators Ali Chamenei, eine langjährige Affäre mit einem Lehrer gehabt haben, den er aus seiner Kinderzeit kennt. Eine andere Quelle berichtet, dass er mit einem Mann, der für seine Familie gearbeitet habe, intim geworden sein. Beweisfotos hätten die Geheimdienste allerdings nicht, seien sich aber trotzdem ihrer Sache recht sicher.
Diese Berichte wurden in den USA hauptsächlich von eher regierungsnahen Medien wie dem Murdoch-Boulevardblatt "New York Post" oder dem Fernsehsender CBS gestreut; bei CBS hat Trump-Buddy David Ellison das Sagen und hat die Nachrichtensendungen zuletzt auf Linie gebracht.
Nicht das erste Outing eines Kriegsgegners
Fraglich ist freilich, wie zuverlässig diese Informationen sind. Die Verbreitung solcher Erzählungen folgt nämlich einem bekannten Muster: In geopolitischen Konflikten wird Sexualität gezielt instrumentalisiert, um Gegner zu delegitimieren. Derartige Gerüchte gab es etwa bereits über Adolf Hitler. Im Irakkrieg gab es zudem Spekulationen über sexuelle "Abweichungen" von Saddam Hussein. Diese Narrative waren Teil einer breiteren Strategie, ihn als dekadent, unmoralisch und "andersartig" darzustellen.
Gleichzeitig versucht US-Präsident Donald Trump, sich als Schutzmacht von queeren Menschen im Iran darzustellen. "Wir unterstützen Schwule, aber sie werfen Schwule von Gebäuden", sagte3 Trump kürzlich in einem Interview von Boxer und MAGA-Influencer Jake Paul über den Iran. Gleichzeitig baut der US-Präsident in seinem eigenen Land queere Rechte ab (queer.de berichtete4). Trump nutze laut LGBTI-Aktivist*innen das Thema Queerness selektiv als Rechtfertigung für Kriegspolitik.
Iran lässt Homosexuelle hinrichten
Wahr ist freilich, dass die Gesetze gegen Homosexualität im Iran zu den strengsten in der Welt gehören. Demnach stehen Peitschenhiebe oder sogar die Todesstrafe auf gleichgeschlechtliche Liebe. Dokumentiert sind mehrere hundert Fälle von Hinrichtungen, wegen der Intransparenz des Regimes wird aber von einem Vielfachen ausgegangen – Schätzungen zufolge exekutierte das Regime seit der Islamischen Revolution 6.000 mutmaßliche Homosexuelle.
Zudem gibt es Berichte über sogenannte "Ehrenmorde", also wenn eine homosexuelle Person wegen ihrer sexuellen Orientierung von ihrer eigenen Familie getötet wird. Diese Morde werden im Iran meist nicht strafrechtlich verfolgt.
Links
- https://www.bild.de/politik/ausland-und-internationales/irans-neuer-ober-mullah-modschtaba-khamenei-soll-schwul-sein-69b82164fc05063917a4d834
- https://www.thesun.co.uk/news/38531378/iran-supreme-leader-gay-teacher-trump
- https://www.advocate.com/politics/national/trump-iran-gays-jake-paul
- https://www.queer.de/detail.php?article_id=57213












