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Queerfeindliches Online-Magazin
Bericht: "Nius" macht Riesenverlust
Das Online-Magazin "Nius" ist seit 2022 die Stimme des Rechtspopulismus in Deutschland – und zieht auch gerne über queere Menschen her. Profitabel ist das aber offenbar nicht.
Julian Reichelt versteht sich offenbar darin, Geld zu verbrennen (Bild: IMAGO / dts Nachrichtenagentur)
- Heute, 14:46h 2 Min.
Das Portal "Nius" von Chefredakteur Julian Reichelt macht laut einem Bericht von "T-Online"1 große Verluste.
Demnach verzeichnete die Berliner Dachgesellschaft Vius 2022 den Bilanzen zufolge einen Verlust von drei Millionen Euro, 2023 waren es bereits 13,8 Millionen. Für das Jahr 2024 wurde sogar ein Jahresfehlbetrag von fast 16,2 Millionen Euro ausgewiesen – bei einer Bilanzsumme von gerade einmal gut sieben Millionen Euro.
Vius gehört zu 88,5 Prozent dem 75-jährigen Multimillionär Frank Gotthardt. Reichelt hält knapp neun Prozent. In Österreich betreibt Vius auch das Boulevard-Onlinemedium "Exxpress", das wie "Nius" wegen tendenziöser bis wahrheitswidriger Berichterstattung in der Kritik steht. "Exxpress" verbuchte 2024 nach Angaben der österreichischen Zeitung "Standard"2 alleine einen Verlust von knapp sieben Millionen Euro.
Gotthardt ist zwar selbst parteilos, er ist aber Ehrenvorsitzender des Landesverbandes Rheinland-Pfalz der Lobbyorganisation Wirtschaftsrat der CDU. Außerdem ist er Hauptgesellschafter des Eishockeyclubs Kölner Haie. Gotthardts Vermögen stammt im Kern aus seinem IT-Unternehmen CompuGroup Medical (CGM), das er mit aufgebaut und später stark ausgebaut hat. Es entwickelt Software für Arztpraxen, Apotheken und Krankenhäuser.
Gotthardt schießt Geld zu
Dass "Nius" und "Exxpress" trotz der Verluste weitermachen können, liegt an Gotthardt: Er hat die Kapitalrücklage etwa in der Höhe des Verlustes aufgestockt. Bis Ende 2024 seien dadurch laut "T-Online" 37,4 Millionen Euro in das Unternehmen gesteckt worden. Gotthardts Vermögen wird auf 500 bis 800 Millionen Euro geschätzt.
"Nius" steht nicht nur wegen tendeziöser Artikel in der Kritik, sondern verlor auch mehrfach Klagen wegen queerfeindlicher Berichterstattung. So entschied das Oberlandesgericht Frankfurt am Main kürzlich, dass das Magazin einer trans Frau Schadensersatz zahlen muss, weil es herabwürdigend und identifizierend über sie berichtet hatte (queer.de berichtete3). Auch der SPD-Politiker Alfonso Pantisano, der Queerbeauftragte des Landes Berlin, klagte erfolgreich gegen eine Falschbehauptung von Julian Reichelt (queer.de berichtete4). (cw)
Links
- https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/gesellschaft/id_101258246/julian-reichelt-nius-rutscht-tiefer-in-die-roten-zahlen.html
- https://www.derstandard.at/story/3000000295701/schwarzes-portal-mit-roten-zahlen-bilanzverlust-beim-exxpress-steigt
- https://www.queer.de/detail.php?article_id=57895
- https://www.queer.de/detail.php?article_id=56431













