Als vor sechs Jahren nach einer langen Zeit an der Universität erstmals mein Vertrag auslief, fragte ich ältere Kollegen, was aus jenen geworden war, die die Forschung hatten verlassen müssen. Von denen mit Staatsexamen wusste ich, dass sie den Weg in die Schule gesucht hatten; von den anderen fehlte jede Spur. Heute, vier Jahre nach dem Ende meiner letzten Befristung, weiß ich, was mit ihnen passiert, denn ich gehöre dazu: Ich, 43, arbeite als Küchenhilfe in einer Großküche und habe noch mehrere Nebenjobs. Ohne meine Partnerin, die als Lehrerin arbeitet, würde ich nicht über die Runden kommen.
© Katharina Noemi Metschl für DIE ZEIT
Hochschule: Jetzt bin ich Tellerwäscher, aber mit Doktortitel
Meine Karriere als Geisteswissenschaftler an einer großen Universität endet abrupt. Ich werfe mich in den Jobmarkt, ringe mit Scham und merke: Keiner braucht mich.