Seit der vergangenen Woche erhielt ein mehr als vierstündiges Interview mit dem berüchtigten AfD-Landtagsabgeordneten Björn Höcke mehr als drei Millionen Aufrufe auf YouTube und einen regelrechten Kommentar-Tsunami auf Social Media. Geführt hatte das Gespräch der Podcaster Ben Berndt in seinem Formatungeskriptet. Zu Berndts Gesprächsstil gehört es, seinen Gästen weder ins Wort zu fallen, noch sie mit unangenehmen Nachfragen zu behelligen oder sie gar in die Enge zu treiben, sondern ihnen stattdessen Raum und Zeit für ihre Selbstdarstellung einzuräumen – und die Gespräche dann ohne nachträgliche Schnitte oder Kürzungen unzensiert zu senden. Eigentlich keine besonders grundstürzende Formatidee, möchte man meinen, aber offensichtlich doch eine echte Marktlücke, weshalb Ben Berndt es als Solopodcaster, der von keiner Institution gestützt wird, mit Gästen wie Jan van Aken, Maximilian Krah, Ulrike Guérot, Ken Jebsen, Paul Ronzheimer, Christian Lindner oder Sahra Wagenknecht zu beachtlicher Reichweite gebracht hat.
Björn Höcke: Wenn man ihn einfach reden lässt
Eine Folge des Podcasts »ungeskriptet« mit Björn Höcke hat über drei Millionen Zugriffe. Ist das alarmierend – oder bringt dieses Interview gar neue Erkenntnisse hervor?