Péter Magyars schärfste Kampfansage an die alten Machtzirkel in Ungarn ging im Jubel fast unter. Als er am Abend seines Wahlsiegs im April vor Tausenden seiner Landsleute in Budapest redete und proklamierte, man habe „Ungarn befreit“, erneuerte der designierte Regierungschef auch eines seiner zentralen Versprechen. Zu seinen ersten Amtshandlungen werde es gehören, der Europäischen Staatsanwaltschaft beizutreten. Jener Behörde also, die seit fünf Jahren in fast allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union damit beschäftigt ist, Straftaten zulasten des EU-Budgets aufzuklären: Subventions- und Zollbetrug, Mehrwertsteuerhinterziehung und Korruption.
Korruption in UngarnEuropa und Ungarn wollen erschlichenes EU-Geld zurück
Lesezeit: 3 Min.
Ungarns designierter Premier Magyar will mit dem System der Orbán-Ära brechen und in Brüssel Vertrauen schaffen. Der designierte Europäische Generalstaatsanwalt mahnt zur Eile. Andernfalls werde es schwer, an veruntreutes Vermögen zu gelangen.
Von Jan Diesteldorf, Brüssel
Polen und die Folgen der Ungarn-Wahl :Jetzt erst recht radikal
Die rechtsnationale oppositionelle PiS in Polen ist verunsichert von Viktor Orbáns Wahlniederlage in Ungarn. Und am rechten Rand wächst Konkurrenz. Parteichef Kaczyński setzt auf mehr Radikalität. Nicht alle machen mit.
Lesen Sie mehr zum Thema