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Showdown
Schwuler gewinnt "queeren Wahlkreis" in New York
Erneut wird "District 3", der Wahlkreis um die bekannte Christopher Street, von einem schwulen Kommunalpolitiker vertreten. Das ist eine Niederlage für Bürgermeister Zohran Mamdani, der eine heterosexuelle Frau unterstützt hatte.
Carl Wilson ist neuer Stadtrat in New York City (Bild: Carl Wilson For City Council)
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Gestern, 11:47h 3 Min.
Der offen schwule Demokrat Carl Wilson hat die Nachwahl im queersten Wahlkreis New York Citys für den Stadtrat am Dienstag gewonnen. Wilson liegt nach der Auszählung von ersten Präferenzstimmen mit 43 Prozent praktisch uneinholbar vor seiner heterosexuellen Kontrahentin und Parteifreundin Lindsey Boylan, die auf rund 26 Prozent kommt. Zwei weitere Kandidatinnen, ebenfalls von den Demokraten, erreichten 20 bzw. elf Prozent.
Boylan gratulierte ihrem Konkurrenten bereits eine Stunde nach Schließung der Wahllokale um 22 Uhr Ortszeit. Wilson feierte seinen Sieg bei seiner Wahlparty im queeren Club Vers im Stadtteil Hell's Kitchen: "Ich bin tief geehrt, euer nächster Stadtrat für District 3 zu sein", erklärte er.
Der Wahlkreis ist eine Besonderheit in New York, weil er in den frühen Neunzigerjahren bewusst so zugeschnitten wurde, dass queere New Yorker*innen politische Repräsentation erhalten – und lieferte seit 1991 eine ununterbrochene Reihe offen schwuler Mandatsträger sowie eine lesbische Mandatsträgerin. Für viele Aktivist*innen ist er bis heute "der" queere Sitz Manhattans. Anlass für die Nachwahl war, dass das bisherige Ratsmitglied, der offen schwule Erik Bottcher, kürzlich in den Senat des Bundesstaates New York gewählt worden war. Wilson war zuvor Stabschef von Bottcher gewesen.
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Die Wahl war auch ein Test für den erst im November gewählten linken Bürgermeister Zohran Mamdani3, der sich für die Wahl von Lindsey Boylan ausgesprochen hatte, die links von Wilson steht – und wie Mamdani Mitglied bei den "Democratic Socialists of America" ist, denen linke Demokrat*innen wie die Kongresasbgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez angehören. Wilson wurde dagegen vom Establishment der Demokratischen Partei und von Gewerkschaften unterstützt.
Die Unterstützung des populären Stadtchefs für die heterosexuelle Politikerin hat in queeren Kreisen teilweise für erheblichen Unmut gesorgt, weil dies die Tradition im queeren Wahlkreis brechen würde. "Der Bürgermeister hat die Gay Power unterschätzt!", erklärte etwa der queere Aktivist Allen Roskoff laut dem Magazin "City and State"4 nach dem Sieg von Wilson. Aber auch einige bekannte queere Menschen haben Boylan unterstützt, etwa "Sex and the City"-Schauspielerin Cynthia Nixon.
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Stadtratschefin Julie Menin geht bei der Wahl ebenfalls als Siegerin hervor, weil sie anders als Mamdani Wilson unterstützt hatte. Menin gilt als eher moderate Demokratin, die viele linke Projekte des Bürgermeisters kritisch sieht.
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Der Kampf um Stimmen könnte sich bald schon wiederholen: Alle vier Kandidat*innen wollen erneut im Juni bei den demokratischen Vorwahlen und im November bei der regulären Stadtratswahl im "District 3" antreten, bei dem die Sitze für die nächsten vier Jahre vergeben werden.
Im Stadtrat von New York haben die Demokraten derzeit 46 der 51 Sitze, die Republikaner verfügen über lediglich fünf Mandate. Entscheidungen fallen daher nicht in Kämpfen zwischen Mehrheits- und Minderheitsfraktion, sondern verschiedenen Strömungen innerhalb der Demokratischen Fraktion.
Links
- https://www.instagram.com/reel/DXSmde9kSjY/?utm_source=ig_embed&utm_campaign=loading
- https://www.instagram.com/p/DXSmde9kSjY/
- https://www.queer.de/detail.php?article_id=55704
- https://www.cityandstateny.com/politics/2026/04/carl-wilson-wins-nyc-council-special-election-blow-mamdani/413190/
- https://www.instagram.com/reel/DXsSKJdjm07/?utm_source=ig_embed&utm_campaign=loading
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