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Serientipp

Schwuler Pastor auf Abwegen

Wer "Schitt's Creek" mag, dem dürfte auch Dan Levys neue Comedy-Serie "Big Mistakes" Spaß machen. Erneut steht dabei eine schräge Familie im Zentrum, die noch dazu versehentlich ins Visier des organisierten Verbrechens gerät.


Müssen ihre Beziehung geheimhalten: Jacob Gutierrez als Tareq (l.) und Dan Levy als Pastor Nicky in "Big Mistakes" (Bild: Spencer Pazer / Netflix)

Das ganze Ungemach beginnt mit einer Halskette. Einer gestohlenen Halskette, um genau zu sein. Hätte die Diebin geahnt, was für eine Kettenreaktion wilder Ereignisse sie damit in Gang setzt, hätte sie den Schmuck vermutlich gelassen, wo er ist. Oder auch nicht, wer weiß, die Primarschullehrerin Morgan (Taylor Ortega) ist nicht immer ganz rational unterwegs.

Generell stehen sie und ihre Geschwister Nicky (Dan Levy) und Natalie (Abby Quinn) nicht an einem idealen Ort in ihrem Leben. Morgan ist seit einer halben Ewigkeit mit dem unglaublich netten und unglaublich gutaussehenden Max (Jack Innanen) zusammen, aber in der Beziehung ist offensichtlich der Wurm drin. Nicky derweil ist offen schwul und Pastor einer Kirche, die dies zwar akzeptiert, aber nur solange er dabei keusch bleibt – weshalb er seine Beziehung zu Tareq (Jacob Gutierrez) geheim halten muss, was dieser sehr anstrengend findet. Und Natalie steckt in einer unglücklichen Ehe fest, derweil sie als Kampagnenmanagerin ihrer Mutter Linda (Laurie Metcalf) alles daransetzt, damit diese die Wahl zur Bürgermeisterin gegen einen mit allen Wassern gewaschenen Millionär gewinnt.

Erst geklaut, dann beerdigt


Poster zur Serie: Alle acht Folgen der ersten Staffel von "Big Mistakes" sind seit 9. April 2026 auf Netflix verfügbar

Zu Beginn der Serie kommt die Familie am Sterbebett der missgelaunten, dementen Großmutter zusammen. Und Linda redet Nicky und Morgan ein, dass dieser kurz vor ihrem Tod nichts wichtiger wäre als ein schönes Schmuckstück zum Abschied. Womit nun besagte Halskette ins Spiel kommt. Diese befindet sich in der Vitrine eines kleinen Trödelladens um die Ecke, und weil sich der Ladenbetreiber Yusuf (Boran Kuzum) standfest und ohne nachvollziehbare Erklärung weigert, ihnen das hübsche Stück zu verkaufen, klaut Morgan es in einem unbeobachteten Moment halt einfach.

Das Problem dabei: Die Kette ist richtig, richtig wertvoll und war im Laden eigentlich nur unauffällig zwischengelagert, um später einer wichtigen Person der lokalen Mafia übergeben zu werden. Ihr Verschwinden löst deshalb sofort Panik bei Yusuf aus, der alles dransetzt, den Schmuck zurückzubekommen und rasch Nicky und Morgan in Verdacht hat. Doch bis er sie gefunden und effektiv genug verängstigt hat, befindet sich die Kette bereits um den Hals der Großmutter in deren Grab.

Schräg, schrullig, hysterisch

Damit jedoch nicht genug: Durch Morgans unbedachte Aktion geraten sie und Nicky auf den Radar von Yusufs Boss und dessen Bossen. Und die verlangen als Kompensation für den Diebstahl von den beiden nun allerlei Handlangeraktionen, so dass sie immer tiefer und tiefer in kriminelle Machenschaften hineinrutschen – derweil sie gegenüber dem Rest der Familie und ihren Partnern immer verzweifelter so tun, als wäre alles in bester Ordnung.

"Big Mistakes" stammt aus der Feder des schwulen Kanadiers Dan Levy, der gemeinsam mit seinem Vater Eugene auch schon die queere Kultserie "Schitt's Creek"1 (2015-2020) entwickelt hat. Entsprechend ähnlich ist auch der Humor der neuen Comedy-Serie irgendwo zwischen schräg, schrullig und hysterisch angesiedelt – und es ist schon ein wenig so, als wäre Levys Charakter David Rose aus "Schitt's Creek" nun unter neuem Namen Pastor bei "Big Mistakes". Dass Dan Levy auch ernster spielen kann, bewies er im Drama "Good Grief"2 (2023), aber Comedy kann er eben schon sehr, sehr gut.

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LGBTQQIP2A+

Ebenfalls wie in "Schitt's Creek" hat Levy ein großartiges Ensemble komödiantischer Talente versammelt, vorne weg Taylor Ortega und Laurie Metcalf: "Big Mistakes" lebt von der komischen Energie der sich ewig zankenden Geschwister Nicky und Morgan – und von Linda, die als bodenständige Kleinunternehmerin versucht, ihre schwierigen Kinder im Zaum zu halten und dabei gleichzeitig allerlei Untiefen der Lokalpolitik zu navigieren.

Als Co-Autor der Serie lässt Levy es sich natürlich nicht nehmen, sich auch sanft über den Zustand der queeren Community lustig zu machen. Etwa wenn Nicky und Tareq in New York einen Passanten nach dem Weg zu einer bestimmten "LGBTQIA+"-Veranstaltung fragen und entrüstet belehrt werden, dass ganz New York eine "LGBTQQIP2A+ Veranstaltung" sei… Dazu hier noch die Übersetzung für alle, die davon genauso überfordert sind wie Nicky und Tareq: Lesbian Gay, Bisexual, Transgender, Queer, Questioning, Intersex, Pansexual, Two-Spirit, Asexual und weitere.

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Gelegentlich etwas überkandidelt

In einem Interview sagte Levy zudem, dass er während den Recherchen zur Serie eine Menge über queere Menschen und Glauben gelernt habe und sich bei aller Comedy auch sehr darum bemüht habe, diesbezüglich respektvoll zu sein. Zudem sei es seine erste Rolle mit Actionszenen gewesen. "Das hat mir auch echt Spaß gemacht, ich hoffe, dass das die Tür für mehr solche Rollen öffnet."

"Big Mistakes" ist gelegentlich etwas übertrieben überkandidelt, macht insgesamt aber großen Spaß und signalisiert am Ende recht deutlich, dass es noch mehr zu erzählen gäbe. Ob es weitergehen wird, ist zwar noch nicht entschieden, Levy jedoch hofft gleich auf mehrere weitere Staffeln, wie er dem "People"-Magazin sagte. "Und ich habe auch schon ein ganz klares Ende im Kopf." Basierend auf den relativ positiven Reaktionen von Kritik und Publikum, stehen die Chancen wohl nicht schlecht.

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