Am Flughafen BER hat sich am Donnerstagmorgen ein Abflug verspätet, nachdem versehentlich eine Notrutsche ausgelöst worden war. Laut der Deutschen Presse-Agentur (DPA) kam es an der Vordertür zu einem Gerangel. Polizisten hätten demnach versucht, einen Mann aus dem Flugzeug zu entfernen, der abgeschoben werden sollte.
Zuvor soll der Mann an Bord randaliert haben. Daraufhin sei er von Polizisten, die ihn begleitet hatten, aus dem Flieger geleitet worden, wie ein DPA-Reporter berichtete. An der Vordertür der Maschine vom Typ A320 sei es zu einer Rangelei gekommen, wobei die Notrutsche ausgelöst worden war. Alle Passagiere mussten demnach aussteigen.
Das Flugzeug sollte von Berlin nach Wien fliegen. Eine Sprecherin von Austrian Airlines bestätigte einen Vorfall in der Maschine. Der Passagier habe sich lautstark bemerkbar gemacht, weswegen beschlossen worden sei, dass er aussteigen müsse. Leider sei die Notrutsche aktiviert gewesen, hieß es.
Auf der Fluginformationsseite des BER war zusehen, dass der Flug eigentlich um 7 Uhr starten sollte. Am späten Morgen durften die ersten Passagiere wieder in die Maschine einsteigen. Nach Angaben der Airline-Sprecherin wird der Flug mit zweieinhalb Stunden Verspätung in Wien erwartet.
So viele Abschiebungen werden abgebrochen
Im vergangenen Jahr wurden 1.593 Abschiebungen mit Beteiligung der Bundespolizei abgebrochen, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage mehrerer Linken-Abgeordneten hervorgeht.
Die Gründe sind vielfältig und waren demnach etwa medizinische Notfälle, aktiver und passiver Widerstand, fehlendes Personal oder Dokumente sowie Selbstverletzung oder derartige Versuche. Auch ein Ablehnen der Übernahme durch die Bundespolizei oder Gründe im Zusammenhang mit dem Flug selbst werden genannt.
Im Jahr 2025 wurden 22.787 Menschen abgeschoben, davon 19.987 über den Luftweg.
Sendung: rbb24 Inforadio, 23.04.2026, 10:00 Uhr
Audio: rbb24 Inforadio, 23.04.2026, Tobias Moeck