Kurz vor Auslaufen Trump verlängert Waffenruhe mit Iran
Kurz vor Ende der Waffenruhe hat US-Präsident Trump Iran mehr Zeit für eine Verhandlungslösung gegeben und die Waffenruhe überraschend verlängert. Zugleich soll die Blockade iranischer Häfen aufrechterhalten bleiben.
US-Präsident Donald Trump hat sein Ultimatum gegen den Iran erneut nicht wahrgemacht und auf unbestimmte Zeit verlängert.
Auf Bitten Pakistans werde er von Angriffen absehen, bis Irans Führung einen Vorschlag unterbreite und die Gespräche abgeschlossen seien, teilte er auf seiner Plattform Truth Social mit. Er handle auf Wunsch Pakistans, um mit Angriffen abzuwarten, bis die iranischen Führer und Vertreter einen einheitlichen Vorschlag vorlegen könnten.
Torben Börgers, ARD Washington, zu Trumps Ankündigung zu einer Verlängerung der Waffenruhe mit Iran
Trump gibt sich auffallend milde
Trump schlug in seinem Post einen auffällig harmlosen Ton an: keine neuen Drohungen, keine Beleidigungen. Gestern hatte er noch gedroht, das Militär sei startklar, sollte es zu keiner Vereinbarung kommen. "Wir haben nicht so viel Zeit", sagte Trump dem Sender CNBC. "Ich gehe davon aus, dass wir bombardieren werden, da dies die bessere Ausgangsposition ist." Das Militär brenne auf einen Einsatz.
An einem zentralen Hindernis für die Gespräche aus iranischer Sicht will Trump jedoch festhalten. Er habe dem US-Militär befohlen, die für den Welthandel wichtige Straße von Hormus weiter für Schiffe zu blockieren, die von iranischen Häfen kommen oder diese ansteuern.
Bislang keine offizielle Reaktion aus Iran
Pakistans Regierungschef Sharif bedankte sich bei Trump für die Verlängerung der Waffenruhe und forderte beide Seiten auf, die Gespräche fortzusetzen. "Ich hoffe aufrichtig, dass beide Seiten die Waffenruhe weiterhin einhalten und während der in Islamabad geplanten zweiten Gesprächsrunde ein umfassendes Friedensabkommen für ein dauerhaftes Ende des Konflikts abschließen können", erklärte er im Onlinedienst X.
Iran äußerte sich bislang nicht. Somit ist unklar, ob sich auch Iran und auch Israel an die Waffenruhe gebunden fühlen. Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete kurz nach Trumps Ankündigung, eine offizielle Position Irans werde zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben. Die Agentur habe aus Quellen erfahren, dass Teheran keine Verlängerung der Waffenruhe erbeten habe.
Das Sprachrohr der mächtigen Revolutionsgarden berichtete weiter, der Iran werde die Straße von Hormus nicht freigeben, solange die US-Seeblockade anhalte. Nötigenfalls werde die Blockade mit Gewalt durchbrochen.
Bis zuletzt keine Einigung auf weitere Verhandlungen
Trotz der Bemühungen Pakistans konnten sich Washington und Teheran bis zuletzt nicht auf eine weitere Verhandlungsrunde in Islamabad einigen. Vor knapp anderthalb Wochen hatte in Pakistan bereits eine erste Verhandlungsrunde hochrangiger Delegationen aus Washington und Teheran stattgefunden, die auf US-Seite von Vizepräsident JD Vance geleitet wurde. Die Gespräche endeten jedoch ohne Ergebnis.
Teheran hatte die Blockade als Verstoß gegen die Feuerpause und als Hindernis für weitere Verhandlungen dargestellt. Kurz vorher hatte die iranische Nachrichtenagentur Tasnim gemeldet, iranische Vertreter würden nicht zu Verhandlungen nach Pakistan reisen.
Die USA seien von "übertriebenen Forderungen“ in den vergangenen Tagen nicht abgerückt und es habe daher keine nennenswerten Fortschritte gegeben, hieß es weiter. Unter diesen Umständen sei eine Teilnahme an den Verhandlungen "reine Zeitverschwendung".
Waffenruhe wäre in der Nacht ausgelaufen
Ohne eine Verlängerung wäre die Waffenruhe Trumps Angaben zufolge am Mittwoch (Washington Ortszeit) ausgelaufen, also in der deutschen Nacht zu Donnerstag. Trump hatte für diesen Fall mit schweren Angriffen auf den Energiesektor sowie zivile Infrastruktur im Iran gedroht. Trump hatte Teheran wenige Stunden zuvor vorgeworfen, die Feuerpause wiederholt missachtet zu haben. Details nannte der US-Präsident nicht.