Ein Sieger und tausend Fragen
Am Ende tritt Péter Magyar auf, wie er in den vergangenen beiden Jahren immer auftrat. Er bahnt sich seinen Weg durch die Menge, eine ungarische Fahne in der Hand, schüttelt Hände. Dann geht er auf die Bühne und spricht zu der jubelnden Menge. Aber es ist jetzt die Rede des Siegers, die er hier am Donauufer hält, hinter sich das beleuchtete ungarische Parlament. Magyar hat die Wahl gewonnen, und zwar so deutlich, dass es für eine Zweidrittelmehrheit im Parlament reicht. Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán ist abgewählt, nach sechzehn Jahren, in denen er den Staat und das System umgebaut, Justiz, Medien und Kultur auf Linie gebracht und eine Gesellschaft geschaffen hat, in der seine Fidesz-Partei alle Bereiche durchdringt.