Au-pair in Wyoming, Erasmus in Apulien, Work and Travel in Tasmanien. Das machen viele nach dem Abi. Was neu scheint: Einer von fünf jungen Menschen will nicht nur ein paar Monate lang weg, sondern für immer. Das hat der Jugendforscher Simon Schnetzer in seiner neuen Studie herausgefunden. "Ich war selbst überrascht, wie hoch diese Zahl war", sagt Schnetzer, der sich auch mit den Gründen dafür beschäftigt hat.

Die Studie "Jugend in Deutschland" gibt es seit 2020, die Frage nach dem Auswandern wurde den 2.000 Befragten zwischen 14 und 29 Jahren in diesem Jahr zum ersten Mal gestellt. Schnetzer sagt, vielen fehle in Deutschland die Perspektive auf Wohlstand. "Sie fragen sich: Lohnt es sich überhaupt, mich hier noch anzustrengen?" Vor allem leistungsbereite junge Menschen wie Gründer:innen würden oft überlegen, zu gehen. Auch teure Wohnungen und Unzufriedenheit mit der Politik seien häufig genannte Gründe.