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Seltene Technik Berliner Charité nutzt Roboter für Herzoperationen
Archivbild:06.11.2025, Berlin: Medizinische Fachkräfte operieren am Herzen eines Patienten mit dem ersten OP-Roboter in der Herzchirurgie am Deutschen Herzzentrum der Charité in Berlin.(Quelle:dpa/M.Genolet)
Video: rbb24 Abendschau | 12.11.2025 | Regina Paschke

Ein Roboter mit vier beweglichen Armen und moderner Videoausstattung unterstützt seit Anfang des Jahres die Chirurgen im Herzzentrum der Berliner Charité bei Eingriffen am Herzen. Mithilfe dieser Technologie sollen Herzoperationen effizienter und schonender für Patienten ablaufen. Am Mittwoch wurde der Roboter vorgestellt.

Solche roboterassistierten Herzoperationen werden deutschlandweit ansonsten nur noch im Herzzentrum Duisburg durchgeführt, wie die Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie auf Anfrage mitteilte.

Steuerung durch einen Chirurgen

Der OP-Roboter operiert nicht autonom, sondern wird gesteuert. "Er hat zwei Komponenten", erklärte Volkmar Falk, ärztlicher Direktor des Herzzentrums. "Das eine ist die Steuerkonsole, an der der Operateur sitzt. Er nimmt die eigentlichen manuellen Maßnahmen vor. Diese werden dann über Mechanik und Elektronik auf sogenannte Endeffektoren übertragen." Das sind die Instrumente, die im Körper des Patienten die Bewegungen des Chirurgen ausführen.

Vorteile des robotischen Systems

Bestimmte Herzoperationen werden endoskopisch durchgeführt, also ohne das Brustbein durchzutrennen. Die Instrumente werden dabei über kleine Zugänge eingeführt. Der Roboter optimiert diese Technik, wie es von der Charité hieß: Er überträgt die Bewegungen der Hand nicht nur präzise in den Körper, sondern bietet dabei im Vergleich zu herkömmlichen Instrumenten auch mehr Bewegungsfreiheit. Zudem sorgt eine hochauflösende 3D-Kamera für eine bessere Visualisierung.

"Für den Patienten ergibt sich ein schonenderes Verfahren", so Falk. Demnach sind die Einschnitte kleiner als bei klassischen endoskopischen OPs und verheilen schneller. "Die Erholung nach einem solchen Eingriff verläuft in der Regel sehr schnell und die Patienten können nach relativ kurzer Zeit das Krankenhaus wieder verlassen." Der Herzchirurg betonte aber auch, dass dieses Verfahren nicht bei sämtlichen Herz-OPs genutzt werden kann.

In anderen Bereichen keine Ausnahme

In anderen Bereichen werden robotische Systeme bei Operationen bereits seit Jahren standardmäßig eingesetzt. "In der Herzchirurgie, die ursprünglich einmal die erste Disziplin war, die sich überhaupt mit dem Thema beschäftigt hat, ist es aber jahrelang in Europa nicht zu einem flächendeckenden Einsatz gekommen", sagte Falk. Das habe vor allem finanzielle Gründe. Lange waren die Geräte für Eingriffe am Herzen allerdings auch gar nicht zugelassen.

 

Sendung: rbb24 Abendschau, 12.11.2025, 19:30 Uhr

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