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ManagementFluch oder Segen? Das Experiment Homeoffice

Durch Corona wird eine Mischung aus Homeoffice und neuen Bürowelten zum Normalfall. Unternehmen können davon profitieren – sofern sie den Wandel richtig managen.Bert Fröndhoff, Larissa Holzki, Michael Scheppe 25.09.2020 - 04:00 Uhr Artikel anhören

Ein Zurück in die Fünf-Tage-Bürowoche wird es nach der Corona-Krise wohl nicht geben.

Foto: Smetek
  • In großen Teilen der Wirtschaft hat der plötzliche Umzug ins Homeoffice überraschend gut funktioniert. Ein Hybridmodell aus Heimarbeit und Büropräsenz wird zum neuen Normalfall – mit weitreichende Folgen für Mitarbeiter, Unternehmen und die Volkswirtschaft. Nur wer den Wandel richtig gestaltet, wird zu den Gewinnern zählen.
  • Führungskräften verlangt die neue Arbeitswelt einiges ab. Sie müssen sich deutlich mehr um ihre im Homeoffice verstreuten Angestellten kümmern, raten Experten. Telekom-Personalvorständin Birgit Bohle sagt im Interview mit dem Handelsblatt: Empathie und Vertrauen werden noch wichtiger.“
  • Die Heimarbeit ist für viele Beschäftigte zum Alltag geworden. Doch viele steuerliche und rechtliche Aspekte sind ungeklärt – zwölf Fragen, zwölf Antworten.
  • Ob Zoom oder Teams: Vor Monaten noch exotisch, sind Videokonferenzen mittlerweile nicht mehr aus dem Arbeitsalltag wegzudenken. Ein Test zeigt, welches das beste Tool ist – und welches das sicherste.

Es ist noch gar nicht so lange her, da wäre Michael Cassau ein solcher Satz nicht über die Lippen gekommen. „Es gibt keinen Grund, ausschließlich im Büro zu arbeiten“, sagt der 35-Jährige. Cassau ist Chef des Berliner Start-ups Grover, das Handys, Laptops oder Beamer zum Ausleihen offeriert. Vor Ausbruch der Krise argumentierte er noch anders. Für seine 120 Mitarbeiter gab es pro Monat gerade mal zwei Homeoffice-Tage.

„Ich habe geglaubt, dass der Großteil des Unternehmenserfolgs auf der täglichen Interaktion im Büro beruht“, erinnert sich Cassau. Nun meint er: Ob man seinen Job gut mache, hänge keineswegs davon ab, wie lange man im Büro sitze, sondern davon, wie groß der Output sei. Und den zu optimieren gelinge zu Hause doch besser als erwartet.

Trotz der guten Erfahrung: Komplett will man bei Grover nicht auf den persönlichen Austausch verzichten. Die Führungskräfte sollen mit ihren Teams einen Tag pro Woche festlegen, an denen das gesamte Team zusammen im Büro arbeitet. „Wir brauchen das, um unsere Energie wieder aufzuladen“, sagt Grover-Personalchefin Lauren Hoehlein Joseph. „Gerade in einem Start-up gilt: Innovationen werden durch intensive Treffen mit persönlichem Austausch kultiviert.“

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