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USA

Viele Positive erhalten keine Medikamente mehr: Angst vor Explosion der HIV-Neuinfektionen

In den USA wird die Behandlung HIV-Positiver massiv eingeschränkt. Nun wird befürchtet, dass die Zahl der Neuinfektionen dramatisch ansteigen könnte.


Protest gegen Kürzungen in Florida (Bild: IMAGO / ZUMA Press)
  • 3. März 2026, 02:30h 2 Min.

In den USA zeichnet sich eine ernste Gefahr für die Versorgung von Menschen mit HIV ab, weil staatliche Behörden und Gesundheitsprogramme die Unterstützung für Medikamente und Behandlungsprogramme stark einschränken – trotz zuletzt jahrzehntelanger Fortschritte im Kampf gegen die Epidemie. Laut einer Untersuchung des Forschungsinstituts KFF1 kürzen derzeit rund die Hälfte der 50 US-Bundesstaaten Förderprogramme, mit denen antiretrovirale Medikamente finanziert werden. Zehntausende sozial schwächere HIV-Positive könnten damit ihre Medikamente verlieren – und können sich eine Eigenfinanzierung nicht leisten.

Besonders hart geht Florida vor: Der konservative Bundesstaat hat laut "Tampa Bay Times" (Bezahlartikel)2 bereits am Sonntag die Förderung per Notfallverordnung stark eingeschränkt. Durch eine Notregelung hat das Landesgesundheitsministerium die Einkommensgrenzen für Förderberechtigte extrem abgesenkt – von 400 Prozent auf 130 Prozent des Armutsniveaus. Das bedeutet, dass nur noch Positive gefördert werden, die weniger als umgerechnet 18.000 Euro im Jahr verdienen. Laut Schätzungen sollen so 16.000 Menschen die Förderung von einem Tag auf den anderen verlieren.

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Für nicht Krankenversicherte können empfohlene Behandlungskosten pro Jahr im US-Gesundheitssystem allerdings 30.000 bis 40.000 Euro betragen – hinzu kommen Kosten für Arztbesuche, Labortests oder Begleittherapien. Aids-Organisationen warnen daher, dass damit viele Menschen von der Behandlung abgeschnitten werden. Dies würde zu weiteren Kosten führen: Die Viruslast bei nicht behandelten Positiven würde innerhalb weniger Wochen ansteigen, was zu einer Schwächung des Immunsystems und weiteren Erkrankungen führen könne. Außerdem können, das zeigt die Erfahrung, schon relativ kleine Versorgungslücken der Neuinfektionen messbar erhöhen.

"Der Stress, den das im Moment für viele von uns bedeutet, die mit HIV leben, ist unbeschreiblich", so beschrieb HIV-Aktivist Michael Rajner die Reaktion auf die Entscheidung von Florida. "Die Angst, die Panik, nicht zu wissen, wohin man sich wenden soll – in einem Gesundheitssystem dieses Bundesstaates, das auseinanderfällt."

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Grund für die Kürzungen sind Einsparungen im Gesundheitssystem und steigende Kosten. Der Regierung von Florida wird aber auch vorgeworfen, ideologisch zu handeln. So hat die Regierung von Ron DeSantis bereits mehrere Gesetze gegen schwarze und queere Menschen beschlossen, insbesondere das sogenannte "Don't say gay"-Gesetz (queer.de berichtete5). In den USA sind besonders Schwarze und LGBTI von HIV betroffen.

Die Zahl der HIV-Neudiagnosen ist in den USA weit höher als in Deutschland: Laut der amerikanischen Gesundheitsbehörde lag die Zahl der neuen Infektionen pro 100.000 Einwohner*innen zwischen 12 und 14 – in Deutschland beträgt sie laut Robert-Koch-Institut 2,7. (cw)

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