Wäre ich in Deutschland aufgewachsen, wäre ich niemals Mutter geworden. So radikal formuliert es Laetitia Vitaud nach vier Jahren in Oberbayern. Laetitia Vitaud, 47, ist Mutter zweier Kinder im Teenageralter. Zwei Monate blieb sie nach den Geburten zu Hause, dann kehrte sie zurück in den Job, in Vollzeit. Erst als Lehrerin für amerikanische Geschichte und Politik an französischen Eliteschulen in Paris, da waren die Kinder noch sehr klein. Dann als Recruiterin für ein Techunternehmen in London, viel auf Reisen, die Kinder kamen gerade in die Schule. "Für mich und meinen Mann war es immer selbstverständlich, zu arbeiten", sagt Laetitia Vitaud. Bis sie mit ihrer Familie nach Deutschland zog.
Alle zerren an ihr: Politiker fordern mehr Stunden von Müttern – aber bitte ohne das Kind zu vernachlässigen, denkt die Gesellschaft.
© Tobias Nicolai für DIE ZEIT
Rollenbild der Mutter: Kinder und Vollzeitjob? Selbstverständlich. Außer in Deutschland
Mütter sollen arbeiten, aber bitte auch für ihre Kinder da sein. Trotz Elternzeit und Teilzeit straucheln viele. Warum es Mütter in Deutschland besonders schwer haben.