https://queer.de/?57032
Großbritannien
Schauspieler stirbt bei BDSM – vier Jahre Haft für Sexpartner
Michael Barron war bei einer verabredeten sexuellen Begegnung nach einer über 30 Minuten langen Strangulation gestorben.
Michael Barron wurde 39 Jahre alt (Bild: GMP)
- Heute, 10:43h 2 Min.
In Manchester ist am Dienstag vor dem Minshull Street Crown Court ein 28-jähriger Mann zu vier Jahren Haft verurteilt worden, nachdem sein 38-jähriger Sexpartner während einer BDSM-Prozedur gestorben war. Josh Baxter war zuvor schuldig gesprochen worden wegen vorsätzlicher Strangulation oder Erstickung sowie schwerer Körperverletzung (GBH); ein schwererer Vorwurf der Tötung (Manslaughter) wurde jedoch nicht bestätigt.
Das Opfer, Michael Barron, war ein Schauspieler, der in britischen TV-Seifenopern wie "Hollyoaks" und "Emmerdale" mitgewirkt hatte. Er war am 26. Januar 2025 in einer Wohnung in Manchesters Vorort Blackley gestorben, nachdem er den Angeklagten über die Dating-App Grindr kennengelernt hatte. Vor dem Treffen hatten die beiden Männer Nachrichten über ihre gegenseitigen Vorlieben für "extreme" sexuelle Praktiken ausgetauscht.
Nach Darstellung der Anklage konsumierte Barron auf Baxters Anraten zunächst große Mengen Wodka, was ihn stark betäubte. Anschließend soll Baxter Barron über mindestens 30 Minuten lang stranguliert haben, wobei die Kraft der Fesselung so stark war, dass Knochen und Knorpel im Hals des Opfers brachen. Barron erlitt einen Herzstillstand infolge des Sauerstoffmangels, der durch die Strangulation verursacht wurde.
Gericht: Angeklagter hat Gefahren ignoriert
Baxter behauptete vor Gericht, er habe diese Praktiken für einvernehmlich gehalten und den Tod nicht beabsichtigt. Das Gericht stellte jedoch fest, dass er zuvor Warnungen zu der Strangulationspraxis gelesen und dazu Informationen bei Google gesucht habe. Trotz dieser Kenntnisse habe er die Gefahren ignoriert und Barron zudem dazu gebracht, besonders stark zu trinken.
Die Familie Barrons veröffentlichte nach dem Urteil eine emotionale Erklärung1 und betonte die Tiefe ihrer Trauer über den Verlust des Sohnes, Bruders und Freundes. Sie beschrieben ihn als warmherzigen, einzigartigen Menschen, der besonders in der queeren Community vielen anderen Mut und Selbstvertrauen gegeben habe. Der Verlust habe die Familie "zutiefst erschüttert" und einen unersetzlichen Raum hinterlassen. (cw)
Links
- https://www.gmp.police.uk/news/greater-manchester/news/news/2026/february/family-pay-tribute-to-a-wonderful-son-who-gave-people-confidence-strength-and-pride-in-who-they-were/













