Tod am GroßglocknerSo entsteht eine gefährliche Paardynamik am Berg

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(Foto: Alamy Stock Photos / Alexander Jung/mauritius images)

Nach dem Tod einer 33-Jährigen am Großglockner ist ihr Freund und Kletterpartner verurteilt worden. Der Psychologe und International Mountain Leader Dirk Schulte sagt: Besonders gefährlich wird es am Berg, wenn Gefühle die Führung übernehmen.

Interview von Nadine Regel

Ein Paar bricht zu einer Wintertour am Großglockner auf, als Proviant haben sie nur Gummibärchen und Tee dabei. Für die Frau endet die Tour tödlich: Sie erfriert nachts kurz unterhalb des Gipfels, ihr deutlich erfahrener Freund hatte sie dort zurückgelassen und war alleine weitergegangen, um Hilfe zu holen. Vergangene Woche hat das Landgericht Innsbruck den Mann wegen grob fahrlässiger Tötung zu fünf Monaten auf Bewährung und einer Geldstrafe von 9600 Euro verurteilt, der Angeklagte hat Berufung eingelegt. Welche Dynamiken können entstehen, wenn Paare oder auch Freunde gemeinsam auf Bergtour gehen? Und wie lässt sich gegensteuern, wenn Ego und Emotionen die Führung übernehmen? Der promovierte Psychologe und Mountain Guide Dirk Schulte analysiert seit fast 20 Jahren, wie Menschen sich in Gruppen verhalten.

Bergunfall
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Ein Jahr nach dem Erfrierungstod einer 33-Jährigen auf dem höchsten Gipfel Österreichs wird ihr Freund wegen fahrlässiger Tötung zu fünf Monaten auf Bewährung verurteilt.

SZ PlusVon Titus Arnu