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Nachrücker*in

Linke: Warum sitzt Lin Lindner noch nicht im Bundestag?

Eigentlich sollte die nichtbinäre trans Person Lin Lindner (they/them) aus Trier schon letztes Jahr für den schwer erkrankten Linken-Abgeordneten Gerhard Trabert in den Deutschen Bundestag nachrücken. Doch es gibt rechtliche Probleme.


Lin Lindner bekam vor einem halben Jahr die Nachricht, in den Deutschen Bundestag nachrücken zu können – der offizielle Brief fehlt jedoch noch immer (Bild: Die Linke Rheinland-Pfalz)
  • Gestern, 06:47h 4 Min.

Eigentlich sollte Lin Lindner schon längst für die Linke im Deutschen Bundestag sitzen. Die nichtbinäre trans Person aus Trier wurde im August 2025 von der Partei als Nachrückerin für den schwer erkrankten Mainzer Sozialmediziner Gerhard Trabert benannt, der sein für die Linke errungenes Bundestagsmandat aus gesundheitlichen Gründen nicht antreten kann (queer.de berichtete1).

"Es hat sich herausgestellt, dass die Familie, obwohl sie vom Amtsgericht als rechtliche Betreuer eingesetzt wurde, nicht dazu berechtigt ist, eine Mandatsniederlegung stellvertretend zu erklären", teilte ein Sprecher der Partei in Berlin mit. Und eine persönliche Erklärung durch Gerhard Trabert sei aus gesundheitlichen Gründen derzeit nicht möglich. Trabert (69) hatte mehrere Schlaganfälle erlitten.

Wie geht es weiter?

"Alle Beteiligten möchten den Mandatsverzicht zeitnah und für alle transparent umsetzen. Wir arbeiten gemeinsam daran, eine rechtssichere und respektvolle Lösung zu finden", sage der Parteisprecher weiter. Man setze sich dafür ein, dass es schnell zu einer Lösung komme – im Sinne von Trabert, seiner Familie und der politischen Verantwortung, die die Partei trage.

Lin Lindner (they/them) ist 32 Jahre alt, Chef*in der Linken in Trier, Beisitzer*in im Landesvorstand Rheinland-Pfalz und hatte auf Platz drei der Landesliste Rheinland-Pfalz für den Bundestag kandidiert. "Was mich dabei besonders antreibt, ist der spürbare Rechtsruck in unserem Land", erklärte die nichtbinäre trans Person 2024 im Bewerbungsschreiben2. "Er bedroht nicht nur die Rechte von Minderheiten, sondern unsere Freiheit insgesamt. Wenn Hass und Hetze den Ton angeben, ist kein Raum mehr für Solidarität und Fortschritt. Das dürfen wir nicht zulassen. Ich will mich dafür einsetzen, dass wir klare Kante zeigen – gegen Rassismus, Antifeminismus und Ausgrenzung."

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An den Debatten im Plenum nehme Lin Lindner nicht teil, sagte der Sprecher der Linken in Berlin. In der Vergangenheit sei Lindner immer wieder mal während der Sitzungswochen in Berlin und als Gast im Parlament gewesen, um sich mit den Abläufen und den aktuellen Debatten innerhalb der Bundestagsfraktion vertraut zu machen.

"Es ist eine nervige Situation", sagt die nichtbinäre Person. Eigentlich warte Lindner auch nur auf den Brief, offiziell Mitglied des Bundestags zu sein. Die Situation sei aber nun schon so lange, dass Lindner sich irgendwie daran gewöhnt habe. "Mein persönlicher Coping-Mechanismus für vieles ist Humor. Es ist so tragisch, ich kann nur noch darüber lachen."

Ein Mandat in einem Parlament zu haben, sei "eine große Ehre". Lin Lindner würde politisches Engagement auch gerne in Vollzeit machen. Derzeit studiert Lindner im Masterstudiengang Medien und Kultursoziologie an der Uni Trier.

Und wieso macht Lindner im Landtagswahlkampf mit?

Lindner tritt zur Landtagswahl in Rheinland-Pfalz am 22. März als Direktkandidat*in der Linken im Wahlkreis Trier an. Lindner sei da bereits aufgestellt gewesen, bevor die Nachricht kam, in den Bundestag nachrücken zu können. Es sei sehr unwahrscheinlich, bei der Landtagswahl das Direktmandat in Trier zu holen, so Lindner.

Und wenn doch? "Dann würde ich das Direktmandat annehmen und das Bundestagsmandat weitergeben auf der Liste", sagte Lindner. Wovon die nichtbinäre trans Person aber fest überzeugt ist: "Dass es die Linke dieses Mal in den Landtag schafft!"

Mit Lisa "Lizzy" Schubert (Linke) hat der Deutsche Bundestag bereits ein erstes nichtbinäres Mitglied. Schubert rückte am 1. August 2025 als Nachfolger*in für den erkrankten Linken-Abgeordneten Uwe Foulloung in das Parlament nach (queer.de berichtete5). (mize/dpa)

Queere Mitglieder des 21. Deutschen Bundestages

Andreas Audretsch (Grüne, Landesliste Berlin)
Felix Banaszak (Grüne, Landesliste NRW)
Victoria Broßart (Grüne, Landesliste Bayern)
Maik Brückner (Linke, Landesliste Niedersachsen)
Lars Castellucci (SPD, Landesliste Baden-Württemberg)
Jeanne Dillschneider (Grüne, Landesliste Saarland)
Falko Droßmann (SPD, Direktmandat Hamburg-Mitte)
Tobias Ebenberger (AfD, Landesliste NRW)
Kay Gottschalk (AfD, Landesliste NRW)
Ricarda Lang (Grüne, Landesliste Baden-Württemberg)
Sven Lehmann (Grüne, Direktmandat Köln II)
Max Lucks (Grüne, Landesliste NRW)
Anna Lührmann (Grüne, Landesliste Hessen)
Matthias Miersch (SPD, Direktmandat Hannover-Land II)
Matthias Mieves (SPD, Direktmandat Kaiserslautern)
Sepp Müller (CDU, Landesliste Sachsen-Anhalt)
Charlotte Neuhäuser (Linke, Landesliste NRW)
Ulle Schauws (Grüne, Landesliste NRW)
Marlene Schönberger (Grüne, Landesliste Bayern)
Lisa Schubert (Linke, Landesliste NRW)
Nyke Slawik (Grüne, Landesliste NRW)
Jens Spahn (CDU, Direktmandat Steinfurt I – Borken I)
Hendrik Streeck (CDU, Direktmandat Bonn)
Wolfgang Stefinger (CSU, Direktmandat München-Ost)
Alice Weidel (AfD, Landesliste Baden-Württemberg)

Stand 26.02.2026. Diese Liste ist mit Sicherheit nicht vollständig. Weil wir niemanden ungewollt outen möchten, tauchen manche Namen bislang nicht auf. Wer sich zur "LGBTI-Fraktion" zählt, kann sich gerne bei uns melden!
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