So haben wir Hummus getestet
Im Test: 21 Mal Hummus der Sorte Natur, davon 15 gekühlt, 4 ungekühlt und 2 Pulver. Sechs tragen ein Biosiegel. Wir wählten vielverkaufte Produkte aus und kauften von August bis Oktober 2025 ein. Die Preise erfragten wir bei den Anbietern im Dezember 2025.
Sensorisches Urteil: 45 %
Beige ist nicht gleich beige. Die farbliche Bandbreite der Hummus-Produkte im Test reicht von hellen gelblich-beigen bis bräunlich-beigen Farbtönen. © Stiftung Warentest
Fünf geschulte Prüfpersonen verkosteten die anonymisierten Produkte unter gleichen Bedingungen. Die Pulver bereiteten wir zuvor nach Packungsanleitung mit Wasser und Olivenöl zu. Die gekühlten Produkte wurden am Ende der Mindesthaltbarkeitsfrist oder bis zu drei Tage davor verkostet, die ungekühlten deutlich vor Ablauf der Frist. Die Prüfpersonen beschrieben Aussehen, Geruch, Geschmack, Konsistenz und Mundgefühl – auffällige und fehlerhafte Produkte mehrmals. Kamen die Prüfer zu unterschiedlichen Ergebnissen, erarbeiteten sie einen Konsens. Dieser war Basis für unsere Bewertung.
Die sensorischen Prüfungen wurden in Anlehnung an Methode L 00.90–22 (Allgemeiner Leitfaden zur Erstellung eines sensorischen Profils) der Amtlichen Sammlung von Untersuchungsverfahren (ASU) nach § 64 Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch durchgeführt.
Schadstoffe: 15 %
Wir analysierten auf Schadstoffe wie Nickel, Blei, Cadmium, Pestizide, darunter Glyphosat und seine Abbauprodukte, Schimmelpilzgifte (Aflatoxine, Ochratoxin A, Alternariatoxine), Chlorat, Fettschadstoffe (3-MCPD-Ester und Glycidyl-Ester) sowie auf Mineralölkohlenwasserstoffe. Das Produkt in der Konservendose prüften wir auf Bisphenol A.
Folgende Methoden setzten wir ein:
- Nickel, Blei und Cadmium: nach Aufschluss in Anlehnung an Din-EN-Methode erfolgte die Messung mittels Massenspektrometrie mit induktiv gekoppeltem Plasma (ICP-MS)
- Pestizide in Anlehnung an CEN-TS 17062 (QuOil) mittels Flüssigkeits- und Gaschromatografie in Kombination mit Massenspektroskopie (LC‑MS/MS und GC-MS/MS). Die CEN-Methode wurde erweitert und angepasst auf fetthaltige Matrizes, das Extraktionsmittel wurde auf Acetonitril/Wasser-Gemisch umgestellt und die Untersuchung erfolgt auch mittels GC‑MS/MS.
- Glyphosat und Abbauprodukte wie AMPA (Aminomethylphosphonsäure) und Glufosinat mittels Flüssigkeitschromatografie mit Tandem-Massenspektrometrie (LC-MS/MS)
- Schimmelpilzgifte (Aflatoxine, Ochratoxin A) mittels Flüssigkeitschromatografie mit Fluoreszenzdetektor (HPLC-FLD), Alternariatoxine mittels LC-MS/MS
- Chlorat mittels LC-MS/MS
- Fettschadstoffe (3-MCPD-Ester und Glycidyl-Ester) in Anlehnung an Methode der deutschen Gesellschaft für Fettwissenschaft (DGF) mittels Gaschromatografie mit Massenspektrometrie (GC-MS)
- Auf Mineralölkohlenwasserstoffe (Mosh, mosh-ähnliche Substanzen und Moah) prüften wir in Anlehnung an Iso-Methode.
- Bisphenol A mittels LC-MS/MS im Dosenprodukt
Ernährungsphysiologische Qualität: 10 %
Wir analysierten die Grundnährstoffe und berechneten den Gehalt an Eiweiß, Fett, Ballaststoffen und Kochsalz sowie den Brennwert einer 50-Gramm-Portion. Wir bewerteten diese als Zwischenmahlzeit zum Beispiel als Dip oder als Brotaufstrich für Jugendliche (13 bis 14 Jahre) und Erwachsene (25 bis 64 Jahre). Dabei orientierten wir uns an den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung.
Folgende Methoden setzten wir ein:
- Eiweiß in Anlehnung an ASU-Methode
- Gesamtfett in Anlehnung an ASU-Methode
- Ballaststoffe in Anlehnung an ASU-Methode
- Trockenmasse/Wassergehalt in Anlehnung an ASU-Methode
- Asche in Anlehnung an ASU-Methode
- Kohlenhydrate und physiologischer Brennwert wurden berechnet.
Mikrobiologische Qualität: 10 %
Wir bestimmten in je drei Packungen die Gesamtkeimzahl und prüften auf Krankheitserreger wie etwa Salmonellen sowie auf Hygiene- und Verderbniskeime wie Enterobakterien und Hefen. Die gekühlten Produkte untersuchten wir am Mindesthaltbarkeitsdatum oder bis zu zwei Tage davor, die länger haltbaren Produkte im Laufe des Untersuchungszeitraums.
Folgende Methoden setzten wir ein:
- Aerobe mesophile Koloniezahl (Gesamtkeimzahl) mittels Din-EN-Iso-Methode
- Salmonellen mittels Din-EN-Iso-Methode
- Listeria monocytogenes mittels Din-EN-Iso-Methode
- Präsumtiver Bacillus cereus mittels Din-EN-Iso-Methode
- Escherichia coli mittels Din-Iso-Methode
- Enterobakterien mittels Din-EN-Iso-Methode
- Koagulase-positive Staphylokokken mittels Din-EN-Iso-Methode
- Hefen und Schimmelpilzen mittels Iso-Methode
Nutzungsfreundlichkeit der Verpackung: 5 %
Drei Fachkundige testeten die Handhabung (Öffnen, Entnehmen, Wiederverschließen). Wir bewerteten den Verpackungsaufwand und angegebene Entsorgungshinweise.
Deklaration: 15 %
Wir beurteilten, ob die Packungsangaben lebensmittelrechtlich vollständig und korrekt sind. Wir prüften zudem Nährwertkennzeichnung und Werbeaussagen. Drei Fachkundige bewerteten, ob die Angaben leserlich und übersichtlich waren.
Weitere Untersuchungen
Wir analysierten bei jedem Hummus auch den pH-Wert und das Fettsäurespektrum. Wurden Produkte als „glutenfrei“ oder „laktosefrei“ beworben, prüften wir, ob diese Angaben korrekt waren. Alle Ergebnisse waren unauffällig.
Abwertungen
Lautete das Urteil für Schadstoffe Ausreichend, zogen wir eine halbe Note vom Qualitätsurteil ab, bei Mangelhaft konnte es nicht besser sein. Wurde Deklaration mit Ausreichend bewertet, zogen wir vom Qualitätsurteil eine halbe Note ab.
Kommentarliste
Nutzerkommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.
@Stiftung Warentest: Wir kennen das ja von vielen Tests, dass meistens Produkte der Discount-Eigenmarken der Handelsketten, also "Gut&Günstig" bei Edeka und "ja!" bei Rewe, identisch sind mit den entsprechenden Produkten der zugehörigen Discount-Kette. Also vom "roten" Netto bei Edeka und von Penny bei Rewe. Hier ist das offenkundig nicht so, denn das Produkt von Penny ist Testsieger, das von Rewe aber über eine halbe Note schlechter. Dabei stammen beide vom gleichen Hersteller und bei beiden steht eine identische Bemerkung über die Kennzeichnung.
Umgekehrt ist es bei Edeka. Hier ist das Produkt von "Gut& Günstig" als Drittes im Test um knapp eine halbe Note besser als das von Netto. Hersteller oder andere Einzelheiten erfahren wir hier nicht. Allerdings wusste ich von den Weight Watchers, dass das Netto-Produkt eine andere Punktbewertung hat als das von Edeka. :-) . Was ist hier anders als z.B. beim Waschpulver? Würde mich mal interessieren.
Also zumindest hier in der Schweiz hat der Hummus von Chef Select auch Zucker drin. Das zerstört nicht nur den Geschmack, sondern ist auch so wie in Italien Spaghetti zum Kochen zerbrechen. Ich finde der Hummus Klassisch vom Aldi ist der Beste. Er besteht zu 79% aus Kichererbsen und schmeckt am ehesten wie ich ihn aus dem mittleren Osten sehr gut kenne.