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Regierung macht Ansage

Malaysia blockiert Grindr

Die Nutzung von schwulen Dating-Apps ist der queerfeindlichen Regierung von Malaysia ein Dorn im Auge. Nun kündigte der verantwortliche Minister Sperren an.


Kommunikationsminister Fahmi Fadzil will verstärkt gegen queere Menschen vorgehen (Bild: IMAGO / NurPhoto)
  • Heute, 08:17h 2 Min.

Die malaysische Regierung geht verstärkt gegen queere Dating-Apps vor und hat den Zugang zu Plattformen wie Grindr und Blued blockiert. Das erklärte Kommunikationsminister Fahmi Fadzil am Mittwoch. Man werde außerdem Maßnahmen prüfen, um die queeren Seiten aus digitalen Vertriebsdiensten entfernen zu lassen. Er verwies dabei auf Schwierigkeiten, da diese Apps ausländischen Firmen gehörten.

Die Sperren erfolgen technisch über Internetprovider. Malaysia gehört zu den Ländern, in denen queere Online-Angebote regelmäßig blockiert werden; Behörden haben in den vergangenen Jahren tausende Webseiten mit Bezug zu queeren Themen gesperrt.

"Obszöne oder unmoralische Inhalte" sollen verschwinden

Die Kommunikations- und Multimediakommission (MCMC) werde gegen alle Inhalte oder Apps vorgehen, die gegen lokale Gesetze verstoßen, sagte Fahmi weiter. "Dazu gehören solche, die obszöne oder unmoralische Inhalte verbreiten, Ausbeutung, Missbrauch, Betrug, die Ausnutzung von Kindern oder Bedrohungen für die öffentliche Sicherheit", fügte der 45-Jährige hinzu. Der Minister hatte bereits vorher mehrfach betont, dass Malaysias Haltung zu queeren Fragen "kulturellen" und "östlichen" Werten entsprechen müsse.

Homosexualität ist im mehrheitlich muslimischen Malaysia verboten. Auf gleichgeschlechtliche Liebe steht bis zu 20 Jahre Haft. Das Land vollstreckte sogar Folterstrafen gegen nach entsprechendem Scharia-Recht verurteilte Personen (queer.de berichtete1). Auch trans Menschen werden verfolgt (queer.de berichtete2). Der Islam, zu dem sich über 60 Prozent der Bevölkerung bekennen, ist Staatsreligion und viele islamische Gelehrte sehen Homosexualität als Verbrechen an, das sich gegen die Religion wende.

Auch andere queerfeindliche Länder schränken die Nutzung von queeren Dating-Apps ein. Grindr listet etwa auf seiner Website Länder auf, in denen das Programm aus App-Stores entfernt worden sei3. Dazu zählen etwa die Malediven, Marokko und die Vereinigten Arabischen Emirate. Erst im vergangenen November löschte Apple Grindr und anderen Dating-Apps aus dem chinesischen App-Store – auf Anordnung der kommunistischen Regierung, die derzeit gegen "westliche" Homosexualität vorgeht (queer.de berichtete4). Zwar können diese Blockaden oft mit einem Virtual Private Network (VPN) umgangen werden. Dies funktioniere laut Grindr aber nicht in manchen Ländern wie Syrien oder Kuba. (dk)

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