Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?47716

Ex-Gay-Bewegung

Malaysia plant "islamisches Rehabilitations­zentrum" für Homo­sexuelle

Der konservative Staat Malaysia setzt weiter auf "Homo-Heilung": Nun soll sogar ein "islamisches Rehabilitationszentrum" gegründet werden, um Schwule und Lesben auf magische Art in Heterosexuelle zu verwandeln.


Malaysia will Homo­sexuelle "heilen" lassen – der Weltärztebund warnt vor dieser unwissenschaftlichen Praxis (Bild: 1 Joakim Olander / flickr2)

  • 29. November 2023, 11:20h 2 Min.

Im malaysischen Bundesstaat Johor soll im kommenden Jahr ein "islamisches Rehabilitations­zentrum" für Homo­sexuelle eröffnet werden. Es handele sich um das erste Zentrum dieser Art überhaupt in dem südostasiatischen Land, zitierte die Zeitung "Malay Mail"3 am Mittwoch den Vorsitzenden des Komitees für islamische religiöse Angelegenheiten in der Region, Fared Khalid, in der Landeshauptstadt Iskandar Puteri.

Malaysia ist ein multi-ethnisches Land mit einem muslimischen Bevölkerungsanteil von etwa 60 Prozent. Das Rechtssystem sowie auch die politischen Institutionen sind aber stark vom Islam geprägt. Laut einer aktuellen Umfrage gibt es große Unterschiede in der Akzeptanz von Homo­sexuellen in den verschiedenen Religionsgruppen: Während 59 Prozent der buddhistischen Bevölkerung die Ehe für alle befürwortet, sind es nur acht Prozent der Muslim*­innen (queer.de berichtete4).

Derzeit werde die Ausstattung der Büros und Studierendenwohnheime für Männer und Frauen vorbereitet, berichtete Khalid. "Das Zentrum wird voraussichtlich im Juli nächsten Jahres voll betriebsbereit sein." Was genau in der Einrichtung passieren und wer dort aufgenommen werden soll, ließ er zunächst offen.

Malaysia queerfeindlicher als die Nachbarn

Malaysias Umgang mit queeren Menschen steht in starkem Widerspruch zu seinen Nachbarländern: Thailand gilt als eine der queerfreundlichsten Nationen Südostasiens, in Singapur wurde Homosexualität 2022 legalisiert (queer.de berichtete5). Zuletzt hat Malaysia sogar Swatch-Regenbogenuhren verboten, weil diese queere Menschen normalisiere (queer.de berichtete6).

Sogenannte Konversionstherapien, bei denen unter anderem die sexuelle Orientierung eines Menschen verändert oder unterdrückt werden soll, werden von Fachorganisationen als gefährlich und unwissenschaftlich beschrieben. Erst letzten Monat bekräftigte der Weltärztebund, dass derartige Methoden eine "Bedrohung für die Gesundheit und die Menschenrechte derjenigen, die der Praxis unterworfen werden", darstellten (queer.de berichtete7). Deutschland hatte 2020 ein Teilverbot von "Konversionstherapien" eingeführt (queer.de berichtete8).

Malaysische Ämter haben schon in der Vergangenheit die "Heilung" von Homosexuellen gefördert, etwa mit einer "Konversions-App" der Religionsbehörde (queer.de berichtete9). (dpa/dk)

-w-

-w-

-w-

Privacy settingsPrivacy settings