MasernschutzgesetzHunderte Kilometer für einen gefälschten Impfpass

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1290 Impfungen soll der Allgemeinmediziner Volkhard P. laut dem Anfangsverdacht der Staatsanwaltschaft mit den Krankenkassen abgerechnet, aber nie verabreicht haben.
1290 Impfungen soll der Allgemeinmediziner Volkhard P. laut dem Anfangsverdacht der Staatsanwaltschaft mit den Krankenkassen abgerechnet, aber nie verabreicht haben. (Foto: Collage: Karolina Kohn)

Seit 2020 müssen alle Kinder, die in die Schule oder Kita gehen, zwei Masernimpfungen nachweisen. Doch impfskeptische Ärzte- und Eltern-Netzwerke unterlaufen dieses Gesetz. Und die Gesundheitsämter werden von der Politik ausgebremst.

Von Christina Berndt, Markus Grill, Timo Robben und Mandy Sarti

Am Anfang fand Matthias Hartig vor allem die Bescheinigungen seltsam. Doch dann fielen ihm auch die ungewöhnlichen Impfpässe auf, die manche Eltern dabeihatten. Hartig ist Kinderarzt in Vilsbiburg, einer 12 000-Einwohner-Stadt in Niederbayern mit hübschem Stadttor und bunten Häusern. Vier Kinderärzte in zwei Praxen gibt es hier, beide am zentralen Stadtplatz gelegen. Doch die seltsamen Impfpässe und Impfunfähigkeitsatteste, die Hartig bei den Kindern in seiner Praxis sah, hatte kein Kinderarzt ausgestellt. Sondern Volkhard P., ein Internist und Allgemeinmediziner aus der Nähe, der für seine Impfskepsis bekannt ist.

USA
:Lieber sterben als impfen

Das US-Impfprogramm galt immer als Goldstandard. Was Trumps Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. und Anti-Impf-Aktivisten mit ihrer Wissenschaftsfeindlichkeit anrichten, kann man am Masernausbruch in Texas beobachten.

SZ PlusVon Ann-Kathrin Nezik