Mit der Veröffentlichung seiner Geburtsurkunde ist US-Präsident Barack Obama Verschwörungstheorien über eine angebliche Geburt im Ausland entgegen getreten. Auf seiner Website machte das Weiße Haus erstmals eine Kopie der Urkunde öffentlich, aus der hervorgeht, dass Obama am 4. August 1961 um 19.24 Uhr in Honolulu im Bundesstaat Hawaii das Licht der Welt erblickte. Obama trat am Mittwoch selbst vor die Kameras und erklärte, die Debatten um solche Rand-Aspekte müssten ein Ende haben. Deshalb habe er sich zu der Veröffentlichung entschlossen. Es stünden schließlich wichtige politische Sachentscheidungen an. "Wir haben keine Zeit für solche Dummheiten. Wir haben Besseres zu tun", sagte Obama.

Laut Verfassung müssen Präsident und Vizepräsident der USA im Land geboren sein. Eine Kurzversion seiner Geburtsurkunde hatte Obama bereits während des Präsidentschaftswahlkampfes 2008 im Internet veröffentlicht. Doch in konservativen Kreisen hielt sich das Gerücht, das erste schwarze Staatsoberhaupt des Landes sei kein gebürtiger US-Bürger.

In den vergangenen Wochen hatte vor allem der Immobilienunternehmer Donald Trump, der mit dem Gedanken der republikanischen Präsidentschaftskandidatur spielt, Zweifel an Obamas Geburtsort geschürt. Der Bundesstaat Arizona verabschiedete Mitte April ein Gesetz, wonach Präsidentschaftskandidaten einen US-Geburtsnachweis erbringen müssten. Die Regelung wurde allerdings von Gouverneurin Jan Brewer wieder kassiert.

Im des Präsidentschaftswahlkampfes 2008 hatten politische Gegner Obamas behauptet, er sei als Muslim geboren, und führten als Beleg Obamas zweiten Namen Hussein an. Obama bestritt das vehement. Hussein bedeutet "Kleiner Hassan" und leitet sich vom arabischen Wort hasuna ab, was so viel wie "schön" und "gut" heißt. Der Enkel des Propheten Mohammed hieß Hussein mit erstem Namen. Außerdem ist es der Vorname von Obamas Vater.