Das war’s für die RDNA und CDNA-Architektur von AMD: Das Unternehmen hat bestätigt, dass man zukünftig wieder eine GPU-Architektur für alle Geräte nutzen möchte. Die kommende UDNA-Architektur soll dann sowohl für die Instinct- als auch für die Radeon-Grafikkarten als Basis dienen. Die entsprechenden Grafikkarten könnten sich jedoch bis Mitte 2027 verzögern – und erneut ohne High-End-Option erscheinen.
Jack Huynh, Senior Vice President und General Manager der Sparte Computing and Graphics bei AMD, hat in einem Gespräch gegenüber Tom’s Hardware bestätigt, dass der Instinct- und Radeon-Bereich künftig nicht mehr getrennt sein werden. Beide Bereiche sollen demnach die neue „UDNA“-Architektur nutzen, wobei das „U“ für „Unified“ stehen soll. Es gibt allerdings auch Gerüchte, dass UDNA im Consumer-Bereich als RDNA 5 („Alpha Trion“) beworben werden soll. Wir werden die Architektur im Folgenden also als RDNA 5 bezeichnen.
Navi 5X: Welche RDNA-5-GPUs sind geplant?
Laut dem bekannten Leaker wjm47196 soll RDNA 5 AMDs „Zen-Moment“ im GPU-Bereich werden, was zumindest große Hoffnungen weckt. Wahrscheinlich sind ein moderater Anstieg der Rasterizing-Leistung pro Shader und ein größerer Performance-Boost in Raytracing-Spielen.
Der Leaker Kepler_L2 behauptet etwa, dass die Rasterizing-Leistung um rund 20 % steigen wird, während sich die Raytracing- und AI-Performance verdoppeln soll. Auch softwareseitige Verbesserungen in Sachen FSR und Frame Generation sind nicht nur denkbar, sondern höchstwahrscheinlich.
Zudem scheint AMD laut einem Leaker im Chiphell-Forum die Struktur der Streaming-Einheiten zu verändern. Demnach sollen pro Einheit 128 statt 64 Shader zur Verfügung stehen, was einer Verdopplung gegenüber bisherigen GPU-Architekturen von AMD entspricht. Die bisherigen Gerüchte rund um die technische Ausstattung der Navi-5-Chips sollten zum jetzigen Zeitpunkt allerdings mit einer gewissen Skepsis betrachtet werden.
AMD AT0 für Server, AT1 als High-End-Chip steht auf der Kippe
Nach jetzigem Stand gehen wir davon aus, dass AMD derzeit an vier GPUs auf Basis von RDNA 5 arbeitet. Die größte Navi 5X-GPU („AT0“) soll demnach über 96 Compute Units (CUs), womit insgesamt 12.288 Shader zur Verfügung stehen würden. Damit würde AT0 doppelt so viele Shader bieten wie die RX 7900 XTX (6.144 Shader) und dreimal so viele wie die RX 9070 XT.
Im Vollausbau scheint die GPU zudem 16 Speicher-Controller zu besitzen, womit die GPU theoretisch auf ein 512-Bit-Speicherinterface zurückgreifen könnte. Ein solches Interface würde etwa 32 GB Videospeicher möglich machen. Laut dem Leaker Kepler_L2 wird AT0 allerdings nicht als Gaming-Grafikkarte auf den Markt kommen, sondern vornehmlich für KI-Server und die Microsoft XCloud bestimmt sein.
AT1: High-End-Rückkehr könnte doch ausbleiben
Unter dem AT0 könnte sich ein AT1 für den Consumer-Bereich platzieren, welcher technisch zwischen AT0 und AT2 liegt. Denkbar wäre hier eine ähnliche Konfiguration wie bei Navi 48 (RX 9070 XT), womit es 64 CUs, 8.192 Shader und ein 256-Bit-Speicherinterface geben würde. Hierbei handelt es sich jedenfalls um Spekulation unsererseits – Leaks oder Gerüchte zum AT1 gibt es zum jetzigen Zeitpunkt nicht. Ob der AT1 tatsächlich kommen wird, scheint intern jedoch noch nicht festzustehen. Gut möglich also, dass AMD auch mit RDNA 5 auf eine High-End-Lösung für den Konsumentenbereich verzichten wird.
AT2 und AT4 für den Consumer-Bereich
Der kleinere AT2 scheint wiederum 40 CUs mit 5.120 Shadern zu bieten, wobei sechs Speichercontroller für ein 192-Bit-Speicherinterface sprechen würden. Nochmals kleiner soll der AT4-Chip ausfallen, der nur 24 CUs mit 3.072 Shadern besitzen soll. Das Speicherinterface scheint mit 256 Bit allerdings etwas breiter auszufallen. Der kleinste Navi-5-Chip scheint wiederum 12 Compute Units und 1.536 Shader zu bieten. Vermutlich würde eine solche GPU eher im APU-Bereich zum Einsatz kommen.
- Navi 5X „AT0“: 96 CUs, 12.288 Shadereinheiten, 512-Bit-Speicherinterface
- Navi 5X „AT1“: 64 CUs (?), 8.192 Shadereinheiten (?), 256-Bit-Speicherinterface (?)
- Navi 5X „AT2“: 40 CUs, 5.120 Shadereinheiten, 192-Bit-Speicherinterface
- Navi 5X „AT4“: 24 CUs, 3.072 Shadereinheiten, 256-Bit-Speicherinterface
Alle RDNA5-GPUs werden nach aktuellem Stand bei TSMC im N3P-Verfahren gefertigt. Hierbei handelt es sich um einen optimierten 3-Nanometer-Prozess, der bereits vom Qualcomm Snapdragon X2 Elite und MediaTek Dimensity 9500 genutzt wird. Im Vergleich zum N4-Prozess der RDNA-4-GPUs nutzt N3P kleinere Strukturen und ermöglicht effizientere Chips.
RDNA 5 mit HDMI 2.2
Ein kleineres Upgrade soll es auch bei der Konnektivität geben. So scheinen die kommenden AMD Radeon Grafikkarten den im Januar 2025 vorgestellten Standard HDMI 2.2 zu unterstützen, aber nicht mit voller Geschwindigkeit. Laut Keper_L2 soll der Speed bei 80 Gbit/s statt bei den vollen 96 Gbit/s liegen. DisplayPort 2.1 soll außerdem weiterhin auf 54 Gbit/s begrenzt sein.
RDNA 5: Wann kommt AMDs neue GPU-Generation?
Die ersten UDNA bzw. RDNA 5-Grafikkarten werden höchstwahrscheinlich erst Mitte 2027 auf den Markt kommen. Das geht zumindest aus einem Post des zumeist zuverlässigen Leakers Kepler_L2 hervor. Der Grund hierfür: die aktuelle Speicherkrise. Videospeicher wird wie RAM und SSD-Speicher immer stärker zur Mangelware – Schuld daran sind der KI-Boom und der exzessive Bau von neuen KI-Rechenzentren. Die Speicherkrise dürfte zudem dafür sorgen, dass die Preise der GPUs im Vergleich zur aktuellen Generation ansteigen würden.
Radeon AI 10000? Oder doch mit neuem Namen?
Unter welchem Namen die RDNA 5-GPUs vermarktet werden, ist derzeit unklar. AMD könnte das AI-Branding ebenfalls im GPU-Markt einführen und entsprechende Modelle als „Radeon AI“ verkaufen. RDNA 5 könnte dann etwa als Radeon AI 10000 erscheinen, oder einen komplett neuen Namensansatz verfolgen.
Die PS6 soll auf RDNA 5 basieren
RDNA 5 wird außerdem nicht nur die Basis für die kommenden Radeon GPUs sein, sondern auch für die nächste Playstation. So sprechen Gerüchte davon, dass die PS6 GPU bereits auf RDNA 5 basieren wird. Die Konsole wird allerdings nicht vor Ende 2027 erscheinen. Auch die nächste Xbox könnte schon auf der Architektur basieren.
Beitrag erstmals veröffentlicht am 15.09.2024
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