Das Hauptgebäude der Energie Wasser Luzern (EWL) an der Industriestrasse. (Bild: PLU)
Die Stadt Luzern will bis 2040 klimaneutral werden. Trotzdem wurden im Jahr 2024 über eine Million Franken in Gasleitungen investiert und eine «strategische Gasnetzplanung» von EWL verfasst. Was steckt dahinter?
Die Stadt Luzern steckt mitten im Energiewandel. Spätestens im Jahr 2040 werden Gebäude in der Stadt Luzern nicht mehr mit fossilem Erdgas versorgt, um bis 2040 die Treibhausgasemissionen auf Null zu senken. So hat es die Stadtluzerner Stimmbevölkerung mit der Klima- und Energiestrategie beschlossen.
EWL hat dennoch eine «strategische Gasnetzplanung» verfasst. Das verwundert die Grüne Fraktion im Stadtparlament: Sie hat sich in einer Interpellation nach dem Dokument erkundigt. Nun hat der Stadtrat geantwortet.
Investition in Gasleitungen sei trotz Klimazielen nötig
Der Stadtrat erklärt, EWL habe die «strategische Gasnetzplanung» 2022 verfasst, ein Jahr später habe der Stadtrat sie beschlossen. Das Dokument sei mit der städtischen Energieplanung «aufeinander abgestimmt». Eine Veröffentlichung ist aber nicht vorgesehen.
Weiter macht der Stadtrat klar: Auch heute wird noch in Gasleitungen investiert. Solange die Gasleitungen noch in Betrieb seien, müsse man sie instandhalten, aus Sicherheitsgründen und für die Versorgungssicherheit.
EWL legt Fokus auf erneuerbare Energien
Derzeit stehen bei EWL die Planung und der Bau von Wärmenetzen im Vordergrund. 15,3 Millionen Franken seien dafür im Jahr 2024 investiert worden, schreibt der Stadtrat. Zusätzlich will EWL in den nächsten Jahren rund eine Milliarde Franken in Infrastruktur für Wärmenetze, wie beispielsweise Leitungen oder Energiezentralen, investieren (zentralplus berichtete).
Künftig stillliegende Gasrohre werden gasdicht verschlossen und unter der Erde gelassen. Nur, wenn sie anderen unterirdischen Bauten weichen müssen, werden sie entfernt. Auch danach hatte sich die Grüne Fraktion in ihrem Vorstoss erkundigt.
Neuer Energieanschluss ist Sache der Eigentümer
Für den Anschluss an eine neue Energiequelle seien die Hauseigentümer selbst verantwortlich, betont der Stadtrat. «Im Unterschied zu Strom und Wasser ist die Versorgung von Liegenschaften mit Wärme grundsätzlich keine öffentliche Aufgabe. Es ist somit Sache der Hauseigentümerinnen und -eigentümer, sich um die Wärmeversorgung ihrer Liegenschaften zu kümmern.»
Trotzdem sei man bemüht, die betroffenen Hauseigentümer zu unterstützen. Jede Liegenschaft werde 10 Jahre im Voraus von EWL schriftlich informiert, bevor die Gasversorgung aufgehoben wird. Die Stadt Luzern bietet zudem zusammen mit EWL diverse Informationen über alternative Energiequellen für Betroffene an. So soll der Wechsel geordnet ablaufen.
studierte Gesellschafts- und Kommunikationswissenschaften an der Universität Luzern. Neben dem Musizieren im Orchester zerlegt er gerne kaputte Motoren und komplizierte Literatur.