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New Orleans
Mutmaßlich homophober Angriff: Shia LaBeouf festgenommen
Der Schauspieler soll zwei Männer unter Nutzung schwulenfeindlicher Beleidigungen attackiert haben. Nach der Freilassung durch ein Gericht feierte der 39-Jährige weiter Mardi Gras.
LaBeouf im letzten Jahr bei einer Filmpremiere in Cannes (Bild: IMAGO / APress)
- Gestern, 05:06h 3 Min.
US-Schauspieler Shia LaBeouf ist am frühen Dienstagmorgen in New Orleans festgenommen worden. Dem 39-Jährigen werde vorgeworfen, zwei Personen angegriffen zu haben, teilte die örtliche Polizei mit, die von zwei Fällen von einfacher Körperverletzung ("misdemeanor battery") spricht. Medienberichten zufolge soll sich der Vorfall am Rande der Karnevalsfeierlichkeiten ereignet haben – und der Schauspieler soll queere Personen unter der mehrfachen Nutzung eines schwulenfeindlichen Begriffes geschlagen haben.
Die Polizei wurde laut ihrer Meldung in der Nacht auf Dienstag wegen eines Angriffs auf zwei Männer verständigt. LaBeouf habe in einer Bar im französischen Viertel für Unruhe gesorgt. Ein Mitarbeiter habe versucht, den Schauspieler des Lokals zu verweisen. LaBeouf habe den Mann dann mehrfach mit "geballten Fäusten" geschlagen und später einer weiteren Person auf die Nase geschlagen. Der Schauspieler sei später zur Behandlung unbekannter Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht und nach seiner Entlassung festgenommen worden.
Gegenüber Medien erhoben die beiden Angegriffenen später Vorwürfe: Barmitarbeiter Jeffrey Damnit sagte am Mittwoch in einem Interview, er habe im Drag-Outfit Mascara, Lidschatten und Lippenstift getragen, als LaBeouf versucht habe, ihn zu verprügeln. Dabei habe der Schauspieler geschrieen: "Du verdammte Schwuchtel!" Laut dem britischen "Guardian"1 teilte er außerdem ein Handyvideo, das LaBeouf auf dem Rücksitz eines Fahrzeugs zeigt, wie er von Rettungskräften untersucht wird. LaBeouf blicke dabei zu Damnit hinüber und benutze erneut das Schimpfwort, "faggot" im Englischen.
Freilassung binnen Stunden
Die andere angegriffene Person, nach eigener Aussage ein queerer Mann, bestätigte gegenüber der Zeitung, dass der Schauspieler Leute als "Schwuchtel" beschimpft habe. In einem ersten Polizeibericht wurde festgehalten, dass LaBeouf gesagt habe: "Diese Schwuchteln stecken mich ins Gefängnis – ich bin katholisch".
In einer Stellungnahme vor Gericht sei die Polizei aber nicht mehr auf die Schimpfwörter eingegangen, so der "Guardian". Das Gericht ordnete die Freilassung des 39-Jährigen an, der später am Dienstag erneut beim Feiern auf der populären Bourbon Street gesichtet wurde.
Nach der Gesetzeslage in Louisiana kann eine Straftat, die sich auf die sexuelle Orientierung bezieht, als Hassverbrechen angeklagt werden. Damnit, der auch als Schauspieler arbeitet, forderte von der Gewerkschaft Screen Actors Guild, sie solle überprüfen, ob man mit dem Schauspieler sicher arbeiten könne. Auch kritisierte er die Behörden: LaBeouf sei kürzer inhaftiert gewesen als er nach der Nacht habe schlafen können. Sein Anwalt sagte, die schnelle Freilassung sende die falsche Botschaft, dass eine berühmte Person zu den Feierlichkeiten kommen und andere Teilnehmer terrorisieren könne. Kyle DeVries vom New Orleans Pride Center beklagte, der Umgang mit dem Vorfall könne Homophobie normalisieren.
"Transformers"-Star LaBeouf macht immer wieder mit Skandalen von sich reden. Seine Ex-Freundin, die britische Musikerin FKA Twigs, verklagte ihn 2020 wegen physischen und emotionalen Missbrauchs. Laut "Hollywood Reporter" soll die Klage im September vor Gericht kommen. La Beouf hatte verletzendes Verhalten eingeräumt, bestreitet aber die konkreten Vorwürfe. (cw/dpa)
Links
- https://www.theguardian.com/film/2026/feb/18/shia-labeouf-arrest-new-orleans












