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Köln

"Homophoben" Überfall vorgetäuscht? Hausdurchsuchung bei Schiedsrichter

Nach einem viralen Heiratsantrag bei einem Fußballspiel berichtete Pascal Kaiser von Bedrohungen und zwei körperlichen Angriffen. Nun wird er des Vortäuschens von Straftaten verdächtigt.


Pacal Kaiser ging mit einem Heiratsantrag im Müngersdorfer Stadion viral. Später berichtete er bei Instagram von einem Angriff auf ihn, bei dem ihn drei Männer attackiert und er ein blaues Auge davongetragen habe (Bild: IMAGO / Beautiful Sports International, Instagram)
  • Heute, 06:01h 3 Min.

Polizei und Staatsanwaltschaft haben Ende der letzten Woche das Haus des Amateur-Schiedsrichters Pascal Kaiser untersucht. Das berichten der "Kölner Stadt-Anzeiger"1, der "Tagesspiegel"2 und weitere Medien übereinstimmend. Demnach werde gegen den 27-Jährigen wegen des Anfangsverdachts des Vortäuschens von Straftaten ermittelt.

Der bisexuelle Schiedsrichter hatte Anfang des Monats weltweit für Schlagzeilen gesorgt, nachdem er seinem Partner Moritz bei einem Spiel des FC Köln einen Heiratsantrag gemacht hatte (queer.de berichtete3). Wenig später wurden Vorwürfe einer Bar bekannt, wonach der ehemalige Angestellte 5.000 bis 6.000 Euro unterschlagen habe (queer.de berichtete4). Berichte über eine Fahnung gegen den Schiedsrichter stellten sich später als falsch heraus, die Ermittlungen gegen ihn zu den Vorwürfen, die von ihm über seinen früheren Anwalt abgestritten wurden, laufen aber weiter.

Wenig später berichtete Kaiser, er habe etliche Drohmails erhalten und sei im Garten seiner Wohnung im Rheinisch-Bergischen Kreis von drei Männern aufgelauert und zusammengeschlagen worden (queer.de berichtete5). Bilder von ihm mit einem blauen Auge gingen erneut weltweit viral, als mögliches Motiv hatten er und sein Anwalt sowohl Homophobie als auch die Bar ins Spiel gebracht, die angeblich die Wohnadresse Kaisers veröffentlicht habe – die Bar dementierte das. Später berichtete Kaiser, er sei zwei Tage später erneut von zwei Personen an seinem Haus angegriffen worden (queer.de berichtete6).

Droh-Emails fingiert?

Die Polizei hatte im Zusammenhang mit den zwei berichteten Angriffen bestätigt, entsprechende Anzeigen erhalten zu haben, sich ansonsten mit Stellungnahmen aber zurückgehalten. Nun steht der Verdacht im Raum, dass die Überfälle inszeniert gewesen sein könnten. Wie unter anderem der "Stadt-Anzeiger" unter Verweis auf Ermittlerkreise berichtet, hätten IT-Forensiker "Erkenntnisse gewonnen, dass die angeblichen Droh-Mails vor den Angriffen womöglich durch Kaiser oder seinen Partner fingiert worden sein könnten".

Die Behörden hätten diverse Datenträger und die Handys der beiden Männer sichergestellt. Zudem seien sie rechtsmedizinisch untersucht worden. Das noch nicht vorliegende Gutachten solle laut der Zeitung klären, ob der Schiedsrichter sich selbst verletzt oder von seinem Partner geschlagen worden sein könnte, um die Angriffe vorzutäuschen.

Die Staantanwaltschaft Köln bestätigte gegenüber mehreren Medien, darunter "Focus"7, dass sie gegen einen ungenannten Mann ermittele. Der Beschuldigte sei verdächtig, Körperverletzungen zu seinem Nachteil vorgetäuscht und Drohnachrichten selbst verfasst zu haben. Es gelte die Unschuldsvermutung. Während der Partner eine Aussage gemacht habe, soll Kaiser zu den Vorwürfen geschwiegen haben. Sein neuer Anwalt teilte gegenüber mehreren Medien mit, dass man sich gegenwärtig nicht äußern wolle, woraus aber "keine Rückschlüsse" zu ziehen seien. (cw)

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