Muster konnte ich noch keines erkennen, denn überrascht haben sie mich an den unterschiedlichsten Orten: in der preisgünstigen Hotelkette in der Stuttgarter Innenstadt, in der Dorf-Pension in Schleswig-Holstein und im Boutique-Hotel am Bodensee. Seit ich als Autorin auf Lesereise durch den deutschsprachigen Raum gurke, habe ich viele Hotels von innen gesehen und kann sagen: Gläserne Badezimmer- und sogar Klotüren lauern überall.

Ich staune über den Mut der Hoteldesigner zu dieser Entscheidung. Denn es scheint mir unwahrscheinlich, dass diese Art der gestalterischen Experimentierfreude der Gästezufriedenheit zuträglich ist. Ein Klo ist in meiner Weltanschauung ein intimer Ort. Ein Ort des Rückzugs ins Allermenschlichste. Wenn wir Exkremente ausscheiden, sind wir fragile Wesen. Dabei beobachtet zu werden, ist nichts, was die Mehrheit der Bevölkerung anstrebt. Selbst unser Familienhund Bobby hat sich immer beschämt weggedreht, wenn er seine Wurst in den Grünstreifen gedrückt hat. Warum dieser unbekümmerte Umgang mit Privatheit in der Gästezimmergestaltung?