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Argentinien
Erzbischof annulliert Ehe zwischen trans Frau und trans Mann
Die katholische Kirche akzeptiert nur Ehen zwischen Mann und Frau. Dass die Brautleute auch cis sein müssen, erfuhr nun ein trans Paar aus Argentinien. Seine kirchliche Hochzeit wurde für ungültig erklärt.
Die kirchliche Ehe zwischen Solange Ayala und Isaías Díaz Núñez währte nur kurz (Bild: privat)
- Heute, 12:26h 3 Min.
Der Erzbischof von Corrientes in Argentinien, José Adolfo Larregaín, hat eine kirchliche Trauung zwischen einem trans Mann und einer trans Frau für ungültig erklärt. Die am 28. Januar in der Kirche "Unsere Liebe Frau von Pompeji" gefeierte Eheschließung besitze keine kanonische Gültigkeit und werde per formellem Dekret annulliert, sagte der Prälat dem US-Portal "Crux"1.
Die Zeremonie war nach katholischem Ritus von Pfarrer Fernando Luis Gómez vollzogen worden. Getraut wurden die trans Frau Solange Ayala und der trans Mann Isaías Díaz Núñez. Nach Angaben Ayalas hatte das queere Paar zuvor die üblichen kirchlichen Verfahren durchlaufen und eine pastorale Freigabe erhalten.
Erzbistum fürchtet "Verwirrung" unter Gläubigen
Nach Bekanntwerden der Feier veröffentlichten sowohl das Erzbistum Corrientes als auch die zuständige Pfarrei Stellungnahmen. In einer Erklärung vom 8. Februar betonte das Erzbistum, dass das Sakrament der Ehe die Erfüllung wesentlicher Voraussetzungen nach Kirchenrecht und kirchlicher Tradition erfordere. Das Ausbleiben dieser Bedingungen könne unter Gläubigen "Verwirrung stiften". Zudem habe die Erzdiözese nicht die erforderlichen kirchlichen Unterlagen für die formale Prüfung des Falls erhalten.
Erzbischof Larregaín erklärte, in solchen Fällen sei die Ehe "ipso facto" nichtig, also allein durch das Nichterfüllen der notwendigen Voraussetzungen hinsichtlich "Materie und Form". Die Nichtigkeit trete automatisch ein, werde jedoch durch ein formelles Dekret festgestellt, um Rechtssicherheit zu schaffen.
Zugleich betonte der Erzbischof, dass die seelsorgliche Begleitung aller Menschen, auch jener, die sich als trans identifizieren, nicht automatisch die Spendung von Sakramenten einschließe, wenn die kirchenrechtlichen Bedingungen nicht erfüllt seien. Er verwies in diesem Zusammenhang auf die vatikanische Erklärung "Fiducia Supplicans" von Papst Franziskus zu Segnungen und mahnte, Verwechslungen mit dem Ehesakrament zu vermeiden.
Mehrheit der Gemeinde hatte kein Problem mit der Hochzeit
Die Pfarrei äußerte sich nach einem Schreiben von Pfarrer Gómez nicht weiter. Darin kündigte er an, die Verfahren für Gespräche, Vorbereitung und Überprüfung von Brautleuten zu verschärfen, um ähnliche Fälle künftig auszuschließen.
Der von "Crux" zitierte Kirchenrechtler Ricardo Lugo erklärte, der Antrag sei zunächst akzeptiert worden, weil die Eheleute nach zivilrechtlichen und amtlichen Dokumenten unterschiedlichen Geschlechts seien. Damit seien formal sowohl staatliche als auch kirchliche Anforderungen erfüllt erschienen. Während die Mehrheit der örtlichen Gemeinde keine Einwände erhoben habe, habe eine Minderheit Beschwerde beim Erzbischof eingelegt und so das kirchenrechtliche Verfahren ausgelöst. (cw)
Links
- https://cruxnow.com/church-in-the-americas/2026/02/wedding-of-trans-couple-in-argentina-is-null-archbishop-says













