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SZ-Interview

Peter Plate: "Ich betete jeden Abend verzweifelt zu Gott, dass ich heterosexuell werde"

Peter Plate war wohl der erste offen schwule Popstar in Deutschland. In einem SZ-Interview berichtet er aber auch, dass er in seiner Jugend noch mit seiner sexuellen Orientierung kämpfen musste.


Für seine Leistungen wurde Peter Plate erst im Dezember der Verdienstorden des Landes Berlin verliehen (Bild: IMAGO / Matthias Wehnert)
  • Gestern, 15:15h 3 Min.

Der durch die Band Rosenstolz bekanntgewordene Musiker Peter Plate spricht im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" (Bezahlartikel1) darüber, wie er als Junge in einer wenig queerfreundlichen Stadt in Thüringen aufgewachsen ist und wie er heute zu offenen Beziehungen steht.

Er habe schon als kleiner Junge seiner Homosexualität entdeckt, "aber in Pößneck war das ein Unding", so der 58-Jährige. "Der einzige Schwule, den ich kannte, war Steven aus 'Denver-Clan'." Als er sich im Alter von zwölf Jahren in seinen besten Freund verliebt habe, habe ihn dieser "für nicht ganz richtig im Kopf" gehalten. "Ich betete jeden Abend verzweifelt zu Gott, dass ich heterosexuell werde, und strengte mich an, an Mädchen zu denken. Ich hatte dann auch mehrere Freundinnen, meistens die Hübschesten in der Klasse, weil ich gut aussah. Aber wenn es zum Sex kommen sollte, habe ich Schluss gemacht."

Mädchen als Wichsvorlage

Er habe deshalb versucht, heterosexuell zu werden: "Wenn ich mir mithilfe von 'Stern' und 'Bravo' einen runterholte, zwang ich mich, auf die Mädchen zu gucken", so Plate. Das habe freilich nicht geklappt: "Als ich 15 war, verliebte ich mich in einen Freund meiner Freundin. Ich machte Schluss mit ihr und outete mich. Sie war dann mit dem Freund zusammen, bis der sich in mich verliebte. Sie wurde also zweimal von Schwulen verlassen – und ist später lesbisch geworden."

Mit 19 habe er dann einen Freund gehabt, "der mir alles über Sex beigebracht hat". Er sei zwei Jahre jünger gewesen und habe sein Coming-out schon mit 15 gehabt. "Von da an habe ich mich keinen Tag mehr geschämt, schwul zu sein", so Plate.

Das Interview wurde gemeinsam mit Plates langjährigem Lebenspartner Ulf Leo Somme2 geführt, mit dem er beruflich noch immer zusammenarbeitet – etwa als Musikproduzent oder als Co-Intendanten des Berliner Theaters des Westens.

Seit 16 Jahren monogam

Plate, der seit 2020 mit einem walisischen Sozialarbeiter verheiratet ist, erzählte dabei auch über seine positive Einstellung zu offenen Beziehung. Allerdings seien diese Tage mit seinem neuen Partner inzwischen vorbei: "Ich habe 20 Jahre lang die freie Liebe propagiert und tue es immer noch", so Plate. "Ich selbst lebe aber seit 16 Jahren monogam und finde es schön. Das war kein Plan, es ist halt passiert, und vielleicht ändert sich das. Ich bin auf keiner Mission."

Sommer berichtete, dass die beiden in den Neunzigern "wahnsinnig hormongesteuert" gewesen seien und mit jedem geschlafen hätten, "der das wollte". Dies habe aber auch Einfluss auf ihre Beziehung gehabt: "In dieser Zeit hörte aber auch die Erotik zwischen uns auf. Nach meiner Erfahrung beschleunigt eine offene Beziehung die Abnutzung der Erotik zwischen zwei Menschen."

In Kürze feiert Plates und Sommers neues Musical "Wir sind am Leben" in der Bundeshauptstadt Premiere (queer.de berichtete3). Plate beschrieb es im Interview als "ein Musical über das unbeschränkte Leben im Berlin der Neunzigerjahre". (cw)

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