Agnes Pockels bemerkte im Alter von neunzehn Jahren Auffälligkeiten auf der Wasseroberfläche, während sie in der Küche ihres Elternhauses in Braunschweig den Haushalt erledigte.
Fasziniert davon, wie Fette und Seifen das Verhalten der Wasseroberfläche beeinflussten, bildete sie sich mithilfe der Lehrbücher ihres jüngeren Bruders in Physik selbstständig weiter.
1882 konstruierte sie ein einfaches Messgerät, die sogenannte Schieberinne, mit dem sie die Oberflächenspannung bestimmen konnte, indem sie eine kleine Scheibe auf die Wasseroberfläche legte und die Kraft maß, die nötig war, um sie zu bewegen.
Über Jahre hinweg stellte sie fest, dass winzige Verunreinigungen die Oberflächenspannung stark verändern können, und erkannte das kritische Verhalten von Molekularmonolayern, das später mit ihrem Namen verbunden wurde.
Da sie keine offiziellen Publikationskanäle nutzen konnte, schrieb sie 1891 einen ausführlichen Brief an Lord Rayleigh, der ihre Arbeit in Nature veröffentlichte. Pockels’ Forschungen legten den Grundstein für die moderne Grenzflächen- und Kolloidwissenschaft und beeinflussten später Irving Langmuir und die Entwicklung des Langmuir–Blodgett-Trogs.
Anerkennung erhielt sie spät im Leben, unter anderem 1931 den Laura-R.-Leonard-Preis und 1932 die Ehrendoktorwürde der Technischen Hochschule Braunschweig. Trotz fehlender bezahlter wissenschaftlicher Stellung sind ihre Beiträge bis heute grundlegend für die quantitative Grenzflächenforschung.
Bilder wurden mit KI erzeugt und dienen ausschließlich Demonstrationszwecken
Quelle: Pockels, Agnes (1891), Surface Tension, Nature, 46, 437; Derrick, M. Elizabeth (1982), Agnes Pockels, 1862–1935, Journal of Chemical Education, 59(12), 1030–1031; Giles, C. H., & Forrester, S. D. (1971), The Origins of the Surface Film Balance, Chemistry and Industry, 9, 43–53; Mischnick, Petra (2011), Learning Chemistry—The Agnes-Pockels-Student-Laboratory at the Technical University of Braunschweig, Analytical and Bioanalytical Chemistry, 400(6), 1533–1535; Technische Universität Braunschweig (n.d.), Who was Agnes Pockels?
#fblifestyle#AgnesPockels #ScienceAndArt
In China haben Ingenieure das sogenannte Autonomous Rail Rapid Transit System (ART) eingeführt, das sich im Stadtverkehr entlang virtueller Schienen bewegt, die durch gepunktete Markierungen auf der Straße dargestellt sind. Die Fahrzeuge nutzen LiDAR, Hochgeschwindigkeitssensoren und KI gestützte Bildverarbeitung, um die Fahrbahn zu erkennen und präzise in der Spur zu bleiben, ganz ohne physische Stahlschienen.
Die wirtschaftlichen Vorteile sind erheblich. Der Bau eines ART Systems kostet nur etwa ein Fünftel eines klassischen Straßenbahnsystems. Da weder Gleise noch Oberleitungen installiert werden müssen, lassen sich die Baukosten um rund 70 Prozent senken, während sich die Umsetzungszeit von mehreren Jahren auf wenige Monate verkürzt.
ART Fahrzeuge sind für den hochkapazitiven Stadtverkehr ausgelegt. Eine Standardkonfiguration mit drei Wagen ist etwa 32 Meter lang und kann bis zu 300 Fahrgäste befördern. Größere Varianten mit fünf Wagen erreichen eine Kapazität von rund 500 Personen und Geschwindigkeiten von bis zu 70 Kilometern pro Stunde.
Auch ökologisch stellt das System einen Fortschritt dar. ART Fahrzeuge sind vollelektrisch und verursachen keine lokalen Abgasemissionen. Sie verwenden Lithium Titanat Batterien, die extrem schnell geladen werden können, oft innerhalb von etwa 30 Sekunden während des Fahrgastwechsels an Haltestellen. Eine Ladung reicht in der Regel für eine Strecke von etwa 3 bis 5 Kilometern.
Das System ist bereits in mehreren chinesischen Städten wie Zhuzhou, Yibin und Harbin im Einsatz. International stößt die Technologie ebenfalls auf Interesse, unter anderem durch Testläufe in Indonesiens neuer Hauptstadt Nusantara. ART gilt als eine Art Zug Bus Hybrid, der den Fahrkomfort einer Stadtbahn mit der Flexibilität und Kosteneffizienz eines Bus Rapid Transit Systems verbindet.
Quellen: CRRC Corporation Limited, Technische Übersicht zum Autonomous Rail Rapid Transit. Xinhua News Agency, Berichte zum ART Einsatz in Zhuzhou und Yibin. International Association of Public Transport (UITP), Innovative urbane Verkehrssysteme in China.